Ab wann Private Krankenversicherung

Gehaltsgrenze zur PKV

In Deutschland ist es abhängig von der Einkommensgrenze, ab wann eine private Krankenversicherung (PKV) möglich ist. Diese wird jedes Jahr neu angepasst, wobei sie in der Regel steigt. 2015 liegt die monatliche Arbeitsentgeltgrenze bei 4575 Euro brutto bzw. 54.900 Euro brutto jährlich.

Dieser Betrag ist die sogenannte Versicherungspflichtgrenze. Ab dieser Einkommenshöhe ist der Wechsel in die PKV möglich, weil damit zum Ende des betreffenden Kalenderjahres die Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse endet. Ein einmaliges Überschreiten diese Einkommensgrenze ist dafür ausreichend. Die Gesundheitsreform im Jahr 2010 hat somit den Wechsel in eine private Krankenversicherung wieder einfacher gestaltet.

Zugangsberechtigte Personen

Generell ist eine private Krankenversicherung nur für freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. Dies sind neben Arbeitnehmern und Angestellten mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze auch Selbständige, Beamte sowie Studierende. Dabei ist zu beachten, dass sich Selbständige und Beamte unabhängig von der Einkommenshöhe jederzeit privat krankenversichern können, denn die Frage ab wann sie eine private Krankenversicherung erhalten, stellt sich hier nicht. Sie sind bereits aufgrund ihres Status von der Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse befreit. Die von der Versicherungspflicht befreiten Personen haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, in einer gesetzlichen Krankenkasse zu verbleiben oder einer solchen beizutreten.

Was passiert bei Überschreiten der Einkommensgrenze

Private Krankenversicherung

Wenn die Arbeitsentgeltgrenze überschritten wird, ist die gesetzliche Krankenkasse verpflichtet, den Arbeitnehmer über seinen Statuswechsel zu informieren. Eine Kündigung ist von Seiten der Krankenkasse nicht nötig. Es hängt von dem Arbeitnehmer ab, ob die Mitgliedschaft tatsächlich beendet wird. Möchte die Person aus der gesetzlichen Krankenkasse in eine PKV wechseln, muss sie innerhalb von zwei Wochen nach der Benachrichtigung zum Statuswechsel eine Austrittserklärung abgeben. Wer nicht wechseln möchte, bleibt ohne diese Erklärung automatisch weiterhin als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Ein späterer Wechsel ist selbstverständlich weiterhin möglich, dann jedoch mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Wer als Arbeitnehmer die Jahresarbeitsentgeltgrenze unterschreitet, wird wieder versicherungspflichtig bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Ab dem Alter von 55 Jahren ist aufgrund von Vorgaben des Gesetzgebers eine Rückkehr jedoch nicht mehr möglich, wenn in den vergangenen fünf Jahren keine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Kasse vorgelegen hatte. Ein Schlupfloch ist lediglich die Familienversicherung, die es nur bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibt. Hierbei muss der Ehegatte bzw. eingetragene Lebenspartner der bislang privat versicherten Person bereits in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sein, und der Partner in der PKV darf nicht mehr mehr als 375 Euro Einkommen pro Monat, zum Beispiel durch eine geringfügige Beschäftigung, erzielen. Somit kann er in die Familienversicherung eintreten und ist damit sogar beitragsfrei krankenversichert.

Ab wann die private Krankenversicherung wieder beendet werden kann, ist interessant für alle Angestellten bzw. Arbeitnehmer, die vor dem 55. Lebensjahr zurückwechseln möchten. Hier kann bewusst das Jahresgehalt beispielsweise durch Teilzeitarbeit reduziert werden, um unter die Versicherungspflichtgrenze zu kommen. Wer nicht auf so viel Einkommen verzichten möchte, kann über eine Gehaltsumwandlung nachdenken und in eine betriebliche Altersvorsorge investieren. Eine andere Variante ist ein flexibles Arbeitszeitkonto, wobei nur ein Teil des Gehalts gutgeschrieben und der Rest später ausgezahlt wird, wenn der Arbeitnehmer einmal weniger arbeitet.