Altersrückstellung Pkv

Altersrückstellungen senken PKV-Beitrag

Für privat Krankenversicherte wirkt die Altersrückstellung der PKV ähnlich wie ein Airbag. Mit zunehmendem Lebensalter steigen die Ausgaben für Krankheiten. Bis zu zwölf Mal mehr kosten allein die Leistungen, die ein 80jähriger im Vergleich zu einem 30jährigen verursacht. Steigen die Ausgaben für die Gesunderhaltung, müssten auch die Beiträge mithalten. Damit das nicht passiert, bilden Versicherer Rückstellungen und puffern so diesen Beitragsanstieg ab.

Dass private Versicherer Rückstellungen bilden, schreibt der Gesetzgeber vor. Wobei das Wort Altersrückstellung eigentlich nicht korrekt ist. Es müsste Alterungsrückstellungen heißen.

In der privaten Krankenversicherung ist der monatliche Beitrag rein rechnerisch ein über die gesamte Vertragslaufzeit konstanter Beitrag. Da schon früh klar ist, dass wegen steigenden Alters des Versicherten auch die Leistungen in Zukunft ansteigen und damit deswegen die Leistungen nicht gekürzt oder die monatlichen Prämien erhöht werden, spart die Versicherungsgesellschaft Teile des Monatsbeitrag an. Und zwar verzinslich. Dafür zahlen Versicherte seit dem Jahr 2000 einen Zuschlag auf ihren Beitrag in Höhe von zehn Prozent, in der Regel zwischen dem 22. Lebensjahr und dem 61. Lebensjahr. Diese gesparten Teile des Beitrags bilden die Rückstellung für das Alter. Mit den zunehmenden Lebensjahren des Versicherten können Leistungen ohne zusätzliche Erhöhung der Beiträge garantiert werden. Aufgefangen wird damit nicht nur die durch zunehmendes Alter bedingte häufigere Inanspruchnahme von Leistungen, sondern auch ganz allgemein steigende Gesundheitskosten.

Versicherungsgesetz schreibt Rahmenbedingungen vor

Private Krankenversicherung

Maximal beträgt der Zinssatz, mit dem die Altersrückstellung der PKV berechnet wird, 3,5 Prozent. Ihre Krankenversicherungstarife können die Unternehmen allerdings auch auf einem niedrigeren Satz aufbauen. Daraus folgt aber, dass der Teil der Zinserträge, die der Rückstellung im Alter zugerechnet werden, geringer ist. Im Alter drohen damit dann aber auch höhere Prämien für die Krankenversicherung. Liegt der Marktzins über dem kalkulierten Zins, werden die vom Versicherungsunternehmen erzielten Erträge als Überzinsen bezeichnet. Sie werden besonders für die zusätzliche Entlastung der PKV Beiträge oder auch für Beitragsrückerstattungen verwendet. Gibt es die Liquidität aus dem Beitragszuschlag es her, kann es ab dem 80. Geburtstag des Versicherten sogar zu einer Beitragssenkung kommen.

Wenn privat Krankenversicherte ihren Versicherer wechseln, können sie seit dem Jahr 2009 ihre Altersrückstellung der PKV nur soweit mitnehmen, wie es dem Basistarif entspricht. Dabei ist es unerheblich, ob sie beim neuen Anbieter in einen Basistarif oder in einen Volltarif wechseln. Ein Wechsel zu einer alternativen Versicherungsgesellschaft ist so nicht wirklich attraktiv. Wird innerhalb des eigenen Versicherungsunternehmens gewechselt, können Alterungsrückstellung allerdings in voller Höhe mitgenommen werden. Sind die Leistungen in dem neuen Tarif, den der Versicherte gewählt hat, umfassender oder höher als in dem alten Tarif, darf der Anbieter jedoch für die höheren Leistungen einen Risikozuschlag berechnen oder dem Versicherten dafür eine auferlegen. Der Kunde kann das nur verhindern, wenn er für die höhere Leistungen einen Leistungsausschluss akzeptiert. Wer im Jahr 2009 zum ersten mal in eine private Krankenversicherung eingetreten ist, kann seine Altersrückstellungen uneingeschränkt mitnehmen. Das ebenfalls in der Höhe des Basistarifes. Dafür sind die neuen Tarife auch alle entsprechend ausgelegt.

Das Kollektiv der Versicherten profitiert

Den Aufbau von Altersrückstellung dürfen sich die Versicherten nicht wie einen individuelle Sparvertrag vorstellen, bei dem im Alter nur das Kapital zur Entlastung des Beitrags verwendet wird, das der Kunde selbst angespart hat. Die Bildung von finanziellen Reserven gleicht eher einem Sparbuch im Kollektiv. Dabei sparen die einzelnen Altersgruppen in einem Tarif gemeinsam Rückstellungen an. Je höher die Zahl der langjährig Versicherte in einem Tarif ist, desto höher sind auch die vorgesparten Mittel zur Entlastung beim Beitrag im zunehmenden Alter.

Werden Verträge gekündigt, dann erhalten die in dem Tarif verbliebenen Versicherten die Altersrückstellungen der Kunden, die ausgeschieden sind. Sie kommen damit in den Genuss von Rückstellungen, die sie selbst gar nicht angespart haben. Das heißt aber auch, dass der Kunde, der seine eigenen gesparten Reserven für das Alter bei einem Wechsel nicht mitnehmen kann, bei seinem neuen Anbieter nicht wieder von vorn anfangen muss. Denn er kommt in eine Altersgruppe, in der bereits Rückstellungen angespart haben. Wer später hinzu kommt, darf davon nicht ausgeschlossen werden.