Arbeitgeberanteil Krankenversicherung

Chef hilft Mitarbeitern

Mit dem Arbeitgeberanteil für die Krankenversicherung wird sichergestellt, dass sich Arbeitnehmer nicht allein mühen müssen, wenn sie Beiträge zur Krankenkasse zahlen. Das gilt für alle Arten der Krankenversicherung. Ganz gleich also, ob ein Arbeitnehmer in einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert ist, ob er freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Kasse ist oder Versicherter in der privaten Krankenkasse, den Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung bekommt er im Regelfall immer. Nur die Art und Weise, wie dieser berechnet wird, ist in den Systemen der Krankenversicherung höchst unterschiedlich.

Teilung der Beiträge bei Pflichtversicherten

Die Beiträge zu gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts paritätisch getragen. Das bedeutet, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen sie jeweils zu gleichen Teilen. Der Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung beträgt also genau die Hälfte des Beitrags, den eine gesetzliche Kasse von ihrem Mitglied verlangt. Seit dem Jahr 2015, zu dessen Beginn der allgemeine Beitragssatz der GKV von der Regierung auf 14,6 Prozent festgelegt wurde, stimmt diese Rechnung wieder. Seitdem gilt das Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und Qualität der GKV. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, so ein Grundsatz dieses Gesetzes, teilen sich den allgemeinen Beitragssatz, der Arbeitgeberanteil Krankenversicherung beträgt deshalb 7,3 Prozent.

Private Krankenversicherung

Mit dem Gesetz wurde auch eine Ungerechtigkeit abgeschafft, die seit 2005 galt. Zwischen 2005 und Anfang 2014 zahlten die Arbeitgeber ebenfalls einen Arbeitgeberanteil an der Krankenversicherung in Höhe von 7,3 Prozent. Der allgemeine Beitragssatz betrug in der Zeit jedoch 15,5 Prozent. Arbeitnehmer mussten einen Beitragsanteil von 8,2 Prozent tragen, genau 0,9 Prozent mehr als ihre Arbeitgeber. Diese 0,9 Prozent waren ein pauschaler Beitragszuschlag, der zum Beispiel für die Finanzierung von Krankengeld genutzt wurde. Weil das dem Gedanken der Parität widersprach und ungerecht war, wurde die Regelung im Januar 2015 wieder abgeschafft.

Zusatzbeitrag nur für Arbeitnehmer

Wirklich gerechter geht es seitdem nicht in jedem Fall zu. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen über den von der Bundesregierung festgelegten einheitlichen Beitragssatz von 14,6 Prozent einen Zusatzbeitrag erheben, wenn sie mit dem Geld, das ihnen aus dem Gesundheitsfonds zugewiesen wird, nicht auskommen. Dieser zusätzliche Beitrag, den eine große Zahl der Kassen verlangt, wird in Prozent auf das Einkommen des Mitglieds berechnet. Allerdings wird dieser Teil des Beitrags nicht zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber aufgeteilt. Das Mitglied der Krankenkasse zahlt diesen Teil allein. Der Arbeitgeber bleibt bei der Beitragsberechnung außen vor. Ganz gleich also, in welcher Höhe gesetzliche Kassen in Zukunft ihre Zusatzbeiträge berechnen. Für einen Arbeitgeber bleibt es bei den 7,3 Prozent Beitragsanteil.

Ausnahmen gibt es für Auszubildende und für Menschen mit Behinderungen, die in einer Einrichtung arbeiten. Azubis brauchen den Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse nicht allein stemmen, wenn sie im Monat weniger als 325 Euro verdienen. Dann nämlich zahlt ihr Arbeitgeber sowohl die vollen 14,6 Prozent Beitragssatz für die gesetzliche Kasse als auch den Zusatzbeitrag in der durchschnittlichen Höhe. Behinderte Arbeitnehmer in Werkstätten und Einrichtungen der Lebenshilfe müssen ebenfalls keinen Zusatzbeitrag entrichten. Auch hier ist der Arbeitgeber, also der Träger der Einrichtung, in der Pflicht.

Arbeitgeberanteil für freiwillig und privat Versicherte

Bei freiwillig gesetzlich versicherten Mitarbeitern und Arbeitnehmern, die in der Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert sind, wird bei der Krankenversicherung der Arbeitgeberanteil anders berechnet als in der GKV. Hier beteiligt sich der Arbeitgeber mit einem Zuschuss an der zu zahlenden Prämie. Dieser Zuschuss wird jeden Monat zusammen mit dem Lohn steuerfrei an den Mitarbeiter ausgezahlt. Begrenzt ist Zuschuss auf die Höhe des Arbeitgeberanteils zur gesetzlichen Krankenkasse. Die zweite Grenze ist die Beitragsbemessungsgrenze der GKV. Ist das Gehalt des Arbeitnehmers höher, wird der anteilige Beitragssatz des Arbeitgebers nicht auf den Lohnanteil über dieser Grenze berechnet. Außerdem ist der Zuschuss, den ein Mitarbeiter als Privatversicherter von seinem Chef bekommt, auf 50 Prozent der tatsächlich von ihm zu zahlenden Prämie begrenzt. Das gilt selbst dann, wenn der Arbeitnehmer eine Prämie für seine private Krankenkasse zahlt, die unter dem liegt, was er als gesetzlich Versicherter zahlen müsste.

Regeln für privat versicherte Arbeitnehmer

Ein privat Versicherter Angestellter Nachweis der Beitragshöhe muss seinem Chef nachweisen, wie viel er an Prämie an die PKV zahlt. Dafür stellt ihm die Private Krankenversicherung auf Wunsch eine Bescheinigung aus. Hat der Mitarbeiter eine Selbstbeteiligung mit seiner Gesellschaft vereinbart, senkt das zwar seine Prämien. Am Selbstbehalt beteiligt sich der Chef jedoch in der Regel nicht. Sollte er es dennoch tun, greift der Fiskus zu. Er wertet dies als einen zu versteuernden geldwerten Vorteil. Auch wenn der Arbeitgeber nur einen Teil der Selbstbeteiligung trägt, ist das Finanzamt dabei. Deshalb lohnen sie diese Tarife für Angestellte nicht.

Auf der anderen Seite profitieren Arbeitnehmer von Selbstbeteiligungen. Haben sie in einem Jahr keine Leistungen genutzt und bekommen deshalb Geld von ihrem Versicherer zurück, schmäler das den Zuschuss des Arbeitgebers nicht. Tarife, die eine hohe Rückerstattung von Beiträgen garantieren, sind deshalb gut für Arbeitnehmer. Ohne Zuschuss vom Chef bleibt ein Mitarbeiter, wenn er Elterngeld, Krankentagegeld oder Mutterschaftsgeld bekommt. Bleibt er für die Erziehung der Kinder zu Hause, muss der Chef ebenfalls nichts zur PKV zusteuern. Deshalb zahlen Privatversicherte, die sich in Elternzeit befinden, in der vollen Höhe die Prämie selbst.