Arbeitgeberanteil Pkv

Der Arbeitgeber beteiligt sich an der PKV

Ist ein Arbeitnehmer in der privaten Krankenversicherung abgesichert, dann erhält er auch einen Arbeitgeberanteil zur PKV. Das bedeutet, er muss den Beitrag für seine private Versicherung nicht allein tragen. Der Arbeitgeberanteil zur PKV ist außerdem steuerfrei und gilt also nicht als Bestandteil beim Bruttolohn. In seiner Höhe ist der Arbeitgeberanteil zur PKV mit dem Zuschuss eines Arbeitgebers zum allgemeinen Beitragssatz in der gesetzlichen Kasse zu vergleichen. Eine vom Versicherten vereinbarte Selbstbeteiligung an den Gesundheitskosten oder eventuelle Beitragsrückerstattungen, die der private Anbieter gewährt, wenn der Versicherte in einem bestimmten Zeitraum nur wenige oder gar keine Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen hat, haben keinen Einfluss auf den PKV Arbeitgeberanteil.

Das bedeutet, dass der Arbeitgeberzuschuss zu PKV nicht gekürzt wird, wenn der Arbeitnehmer bei seiner privaten Krankenpolice Geld spart oder zurück bekommt.

So wird der Zuschuss berechnet

Beim Arbeitgeberanteil zur PKV gibt es nach oben jedoch Grenzen. Durch den Zuschuss zur privaten Krankenpolice für einen Arbeitnehmer darf ein Arbeitgeber nämlich insgesamt nicht schlechter gestellt werden, als wenn dieser Mitglied in einer gesetzlichen Kasse wäre. Deshalb zahlt der Arbeitgeber auch nicht mehr, als er für einen gesetzlich Versicherten Mitarbeiter zahlen würde. Für den Beitrag, den gesetzlich Krankenversicherte zahlen, gibt es einen Deckel, das ist die Beitragsbemessungsgrenze. Ein Arbeitgeber listet für den Mitarbeiter mit Pflicht zur gesetzlichen Versicherung die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes bis zur Höhe der jeweils geltenden Beitragsbemessungsgrenze. Für den privat Versicherten gilt genau das gleiche.

Private Krankenversicherung

Das heißt, dass ein privat versicherter Arbeitnehmer nicht unbedingt damit rechnen kann, die Hälfte seiner Prämie vom Arbeitnehmer ersetzt zu bekommen. Das zeigt ein Beispiel: Im Jahr 2015 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei 4.125 Euro. Der Arbeitgeber zahlt davon maximal 7,3 Prozent. Darum beträgt der höchste Zuschuss für das Jahr 2015 genau 301,13 Euro. Zahlt der Arbeitnehmer einen Kassenbeitrag über 602,26 Euro , muss er mehr als die Hälfte davon aus eigener Tasche leisten. Den Zuschuss bekommt er zusammen mit seinem Nettogehalt steuerfrei ausgezahlt. Der Beitrag fließt also vom Arbeitgeber nicht direkt an die private Versicherung.

Voraussetzungen für den Zuschuss vom Arbeitgeber

Damit ein Arbeitnehmer, der privat versichert ist, auch einen Zuschuss von seinem Arbeitgeber erhält, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. So muss der Umfang der in der privaten Krankenversicherung vereinbarten Leistungen zwar keinen festgelegten Mindeststandard enthalten. Allerdings muss er die Leistungszusagen bieten, auf die Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung Anspruch haben. Beinhaltet jedoch die private Versicherung zusätzlich noch darüber hinausgehende Leistungen, dann wird der auf diese Tarifinhalte entfallende Anteil der monatlichen Prämie bei der Berechnung des Arbeitgeberzuschusses ausgeklammert.

Außerdem muss es sich bei der privaten Krankenversicherung um eine substitutive Krankenversicherung. Das bedeutet nicht nur, dass der in der PKV gewählte Tarif die Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse ganz oder wenigstens teilweise ersetzen muss. Wichtig ist dabei auch, dass der Anbieter der privaten Krankenversicherung auf das ordentliche Kündigungsrecht vertraglich verzichtet und der gewählte Tarif auch Altersrückstellungen bildet. Darüber hinaus muss für den Versicherten das Recht bestehen, jederzeit in einen anderen, gleichartigen Tarif seiner Versicherungsgesellschaft zu wechseln. Fast alle Vollversicherungen in der PKV, die von deutschen Krankenversicherern angeboten werden, sind solche substitutiven Krankenversicherungen.

Anspruch von Familienangehörigen

Auch Familienangehörige des in der PKV versicherten Arbeitnehmers haben einen Anspruch auf den Zuschuss vom Arbeitgeber. Dafür müssten sie jedoch einen Anspruch auf Familienversicherung haben und zwar für den Fall, das der privat Versicherte Mitglied einer gesetzlichen Kasse wäre. Außerdem müssen sie nachweisen, dass sie tatsächlich privat versichert sind. Darüber hinaus gibt es den Arbeitgeberanteil zur PKV für Ehegatten oder Kinder nicht unbegrenzt. Er wird nur in Höhe des Teils der Prämie gezahlt, den der Arbeitnehmer nicht für seine eigene private Krankenpolice braucht. Ist also der Zuschuss bis zur Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes, berechnet auf die geltende Beitragsbemessungsgrenze, bereits für die private Krankenversicherung des Arbeitnehmers ausgeschöpft, gibt es für Familienangehörige keinen weiteren Anteil vom Arbeitgeber.

Einen Zuschuss vom Arbeitgeber gibt es auch für die Beiträge zu einer vom Gesetzgeber zwingend verlangten Pflege-Pflichtversicherung. Zahlt der Arbeitnehmer auch Prämien für eine Krankenhaustagegeldpolice, muss der Arbeitgeber ebenfalls einen Zuschuss leisten. Deshalb kann es durchaus möglich sein, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeberanteil bereits mit seinen eigenen Tarifen zur privaten Krankenversicherung ausschöpft. Für die Angehörigen muss er dann die Prämien zur PKV in voller Höhe selbst zahlen. Laut Gesetz verstößt diese Handhabung allerdings nicht gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung, auch wenn sie gegenüber der Familienmitversicherung in der Gesetzlichen Kasse ungerecht erscheint.

Selbst zusätzlich vorsorgen

Ist ein privat versicherter Arbeitnehmer längere Zeit krank, kann es Probleme beim Arbeitgeberzuschuss zu seiner privaten Krankenversicherung geben. Denn der Arbeitgeber muss seinen Teil der Prämie nicht unbegrenzt leisten. Genau genommen ist er dazu nur so lange verpflichtet, wie sein Arbeitnehmer gesetzlichen Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit hat. Das sind insgesamt sechs Wochen im Jahr. Endet der Anspruch, dann endet auch die Pflicht des Arbeitgebers, sich am PKV Beitrag zu beteiligen. Deshalb sollten Arbeitnehmer, die privat krankenversichert sind, auf jeden Fall ihr Krankengeld durch eine private Police absichern. Dabei sollte die Höhe so bemessen sein, dass Versicherte auch bei einem längerem Verdienstausfall ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen können.