Arbeitgeberzuschuss Pkv

Arbeitgeberzuschuss für Privatpatienten

So, wie sich der Arbeitgeber an den Beiträgen der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung beteiligt, gibt es auch einen Arbeitgeberzuschuss in der PKV. Seine maximale Höhe wird jährlich neu berechnet, sie orientiert sich am Höchstbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung. Da der Arbeitgeberzuschuss zur PKV im Alter nicht mehr gezahlt wird, müssen Privatpatienten rechtzeitig vorsorgen.

Paritätische Finanzierung wird in der GKV durchbrochen

In der Sozialversicherung gilt der Grundsatz der paritätischen Finanzierung. Das bedeutet, Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen Sozialversicherungsbeiträge je zur Hälfte. Dieser Grundsatz wird allerdings in der gesetzlichen Krankenversicherung schon seit 2005 teilweise durchbrochen. Der Gesetzgeber wollte angesichts schnell steigender Kassenbeiträge die Lohnnebenkosten der Wirtschaftsunternehmen senken. Kostensteigerungen im Gesundheitswesen gehen seit der Neuregelung allein zu Lasten der Arbeitnehmer.

Private Krankenversicherung

Bis 2014 sah die Verteilung so aus, dass der Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen zunächst um 0,9 Prozentpunkte gekürzt wurde. Diesen Teil musste der Arbeitnehmer allein tragen. Nur der restliche Beitragssatz wurde hälftig zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. Seit 2015 hat die Große Koalition die Beitragserhebung geändert. Jetzt gibt es einen festen Beitragssatz aller Krankenkassen von 14,6 % des Einkommens, der von Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit je 7,3 % getragen wird. Allerdings können die Kassen Zusatzbeiträge erheben, und diese sind vom Arbeitnehmer allein zu zahlen. Nur wenige Krankenkassen kommen ohne Zusatzbeitrag aus. Günstige Versicherer haben aber Beitragssätze unter 15,0 %.

Arbeitgeberbeteiligung auch für privat Versicherte

Wer als Arbeitnehmer mehr verdient als die sogenannte Jahresarbeitsentgeltgrenze, eine wichtige Rechengröße der Sozialversicherung, kann sich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen. Dafür muss er das Bestehen einer privaten Krankheitskosten-Vollversicherung nachweisen.

Während das System der Sozialversicherung Beiträge nach der persönlichen Leistungsfähigkeit in Prozent des Einkommens erhebt, kalkulieren die privaten Krankenversicherung ihren Beitrag nach dem individuellen Risiko, also insbesondere nach dem Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn und seinem aktuellen Gesundheitszustand. Wer jung und gesund ist, profitiert also von günstigen Beiträgen. Die Entscheidung für eine Privatversicherung sollte dennoch gut überlegt sein, denn es gibt zum Beispiel keine kostenlose Familienversicherung, und auch im Rentenalter zahlt man den vollen Beitrag weiter.

Der Arbeitgeber beteiligt sich wie in der Sozialversicherung mit einem Arbeitgeberzuschuss an der PKV. Dazu müssen Sie Ihrer Lohnbuchhaltung die Höhe des Beitrags für Ihre Krankenversicherung nachweisen. Die privaten Krankenversicherer stellen automatisch entsprechende Bescheinigungen aus. Der Zuschuss vom Arbeitgeber beträgt die Hälfte des tatsächlich zu zahlenden Beitrags, maximal aber den Betrag, den der Arbeitgeber auch für die gesetzliche Versicherung höchstens zahlen müsste. Wie oben erläutert, ist dies ein Beitragssatz von 7,3 %, der auf die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze angewendet wird. Auch die Beitragsbemessungsgrenze ist eine dynamische Rechengröße der Sozialversicherung, die jährlich an die allgemeine Einkommensentwicklung angeglichen wird. Der höchste Arbeitgeberzuschuss zur PKV, 7,3 % aus der Beitragsbemessungsgrenze, beträgt aktuell etwas mehr als 300 EUR monatlich.

Arbeitgeber an einer Beitragsentlastung im Alter beteiligen

Wer sich in jungen Jahren privat versichert und keine Familienangehörigen hat, kann die Versicherung zu einem sehr günstigen Beitrag abschließen. Unser Tipp: Ist der höchstmögliche Arbeitgeberzuschuss für die PKV dadurch noch nicht ausgeschöpft, fragen Sie Ihren Versicherer nach einer Beitragsentlastungskomponente für das Rentenalter. Ihr Arbeitgeber zahlt auch dafür einen Zuschuss, und der Krankenversicherungsbeitrag ist im Rahmen bestimmter Grenzen auch steuerlich absetzbar.

Die frühzeitige Vorsorge für eine Reduzierung der Beiträge im Rentenalter ist aus verschiedenen Gründen wichtig. Zunächst müssen Sie bedenken, dass der Beitrag nicht wie in der gesetzlichen Versicherung mit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben automatisch sinkt. Er wird ja nicht in Prozent des Einkommens erhoben, sondern nach dem individuellen Gesundheitsrisiko. Zwar wird die Krankenversicherung nicht allein deswegen teurer, weil Sie älter werden und häufiger krank sein könnten. Dafür ist eine Alterungsrückstellung gesetzlich vorgeschrieben, die den Beitrag stabilisiert. Aber er wird eben auch nicht billiger, wenn Ihr Arbeitseinkommen wegfällt und sie vielleicht mit einer deutlich geringeren Rente auskommen müssen.

Erschwerend kommt hinzu, dass es auch den Arbeitgeberzuschuss zur PKV nicht mehr gibt, wenn Sie in Rente sind. Zwar zahlt die gesetzliche Rentenversicherung ebenfalls einen Zuschuss, aber nur maximal 7,3 % Ihrer Altersrente. Und die wird insbesondere bei gut verdienenden Arbeitnehmern deutlich geringer sein als das letzte Einkommen vor dem Ruhestand. Und trotz Alterungsrückstellung müssen Sie damit rechnen, künftig deutlich höhere Beiträge für eine Privatversicherung zahlen zu müssen. Kostendämpfungsmaßnahmen im Gesundheitswesen wirken weitestgehend nur auf die Sozialversicherung, und die demografische Entwicklung tut ein Übriges, um Beitragssteigerungen zu forcieren.

Mit einer Tarifkomponente zur Beitragsentlastung im Alter sparen Sie während Ihres aktiven Arbeitslebens unmerklich, ohne dass es weh tut, bezuschusst und steuerbegünstigt Geld an, das Sie später einsetzen, um den Wegfall des Arbeitgeberzuschusses zur PKV und sonstige Kostenerhöhungen sinnvoll zu kompensieren.