Beamtenanwärter Krankenversicherung

Krankenpolice für Beamte

Wie jeder Bürger in Deutschland brauchen auch Beamte auf Widerruf, so genannte Beamtenanwärter, eine Krankenversicherung. Die Stellung als Beamtenanwärter unterscheidet sich von der eines Beamten. Deshalb ist für Beamtenanwärter die Krankenversicherung anders gestaltet, als sie es für Beamte ist. Beamte sind in ihrer beruflichen Stellung unkündbar und erfahren die Fürsorge ihres Dienstherrn. Bei Beamten auf Widerruf gibt es hier noch ein paar Unterschiede.

Besonderes Verhältnis

Denn ein Beamtenverhältnis auf Widerruf kann zu jeder Zeit durch den Dienstherrn widerrufen werden. Läuft alles normal und ohne Komplikationen, endet die Zeit als Beamtenanwärter mit dem endgültigen Bestehen der Laufbahnprüfung. Während der Zeit als Beamtenanwärter gibt es Dienstbezüge vom Dienstherrn und dazu auch die so genannte Beihilfe. Sie ist ein untrennbarer Bestandteil der Beamtenvergütung und steht den Beamten auf Probe laut Gesetzgeber zu. Denn sie basiert auf dem staatlich so gewollten besonderen Treuverhältnis zwischen den Beamten und ihren Dienstherrn. Mit seiner der Beihilfe steht der Dienstherr für einen Teil der Krankheitskosten seines Beamten oder Beamtenanwärters ein. Ist der Beamtenanwärter oder Referendar jung und noch nicht verheiratet, dann zahlt der Dienstherr auf Antrag insgesamt 50 Prozent der Kosten.

Pflicht zu Absicherung

Private Krankenversicherung

Am Anfang ihrer Laufbahn sind die meisten Beamtenanwärter noch jung und deshalb gesund. Das hat in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass sich viele junge Beamte auf Zeit nicht zusätzlich versichert haben. Da sie selten, manchmal sogar Jahre lang, nicht zum Arzt gingen, kaum ernsthaft erkrankten und außerdem für die Hälfte der Kosten im Falle einer Krankheit Beihilfe bekamen, ließen sie sich dazu verleiten, auf eine zusätzliche Krankenversicherung zu verzichten. Sie hatten damit keine Krankenpolice, die für die Restkosten einsprang. Seit dem Jahr 2009 ist ein solcher Verzicht nicht mehr möglich. Denn seitdem besteht ab dem Eintritt in den Dienst zur Vorbereitung auf die Beamtenlaufbahn für Beamte auf Probe die allgemeine Krankenversicherungspflicht.

Reichen Beamtenanwärter zum ersten Mal einen Antrag zur Übernahme ihrer nachgewiesener Krankheitskosten bei der Beihilfestelle ein, müssen sie einen schriftlichen Nachweis vorlegen. Bescheinigung muss Aufschluss darüber geben, dass eine Restkostenversicherung abgeschlossen wurde. Dabei können Beamtenanwärter die Krankenversicherung selbst wählen. Sie müssen bei der Wahl des Tarifes jedoch darauf achten, dass er bestmöglich auf die vom Dienstherrn gewährte Beihilfe passt. So könnten sich Beamtenanwärter für eine Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse entscheiden. Allerdings bietet die GKV nur Vollkostentarife. Diese Tarife übernehmen die sämtliche medizinisch notwendigen Ausgaben nur in Form von Sachleistungen. Haben junge Beamtenanwärter einen solchen Tarif ausgewählt, dann zahlt die Beihilfestelle die Aufwendungen nur noch in ein paar Ausnahmefällen, da alle Ausgaben bereits durch die GKV gedeckt sind. Außerdem ist ein Tarif bei den gesetzlichen Kassen für Beamte auf Widerruf teuer. Denn sie sind freiwillig in der GKV versichert und müssen den Beitrag, der sich am Bruttogehalt orientiert, allein stemmen. Das bedeutet, sie müssen sowohl für den Beitragsanteil des Arbeitgebers als auch für den eigenen Beitragsanteil aufkommen.

Private Krankenversicherungen

Die privaten Krankenkassen haben sich mit ihren Angeboten auf die Bedürfnisse von Beamtenanwärtern und Beamten auf Probe eingestellt. Sie legen für diese Zielgruppe passende Tarife auf, die auf die besonderen Anforderungen zugeschnitten sind. In der Regel bieten die privaten Krankenversicherer Tarife, die günstiger sind als die in einer gesetzlichen Kranken- oder Ersatzkasse. Die Versicherung von privaten Anbietern heißt Restkostenversicherung. Sie ist so aufgelegt, dass sie nur immer den Teil der Kosten für die Gesunderhaltung abdeckt, der nicht schon von der Beihilfe bezahlt wird. Außerdem sind die Tarife der PKV schon allein dadurch günstig, weil sie für junge und gesunde Versicherte aufgelegt werden.

Ein Beamter auf Probe, der keine Vorerkrankungen hat und gesund ist, kommt bei einem Tarif mit einem normalen Leistungsumfang und einer entsprechenden Selbstbeteiligung auf knapp unter 100 Euro Monatsprämie. Diese Tarife sind deshalb so günstig, weil bei einem Beamtenanwärter die Krankenversicherung noch keine Altersrückstellungen bilden muss. Bis der Beamte auf Probe in ein echtes Beamtenverhältnis übernommen wird, kann nämlich noch viel passieren. Bei einigen Anwärtern entwickeln sich Berufswünsche anders als geplant und sie schwenken noch während des Referendariats in eine andere Richtung um. Wird der Beamte auf Probe dann später doch kein Lebenszeitbeamter, dann hat er wenigstens für die Restkostenpolice nicht zu viel Geld ausgegeben.

Gute Angebote wählen

Die Anbieter von Restkostenpolice schnüren unterschiedliche Tarife und Pakete. Die Krankenversicherung für Beamtenanwärter funktioniert als Basisversicherung der PKV oder als Komforttarife, Angebote ohne Selbstbeteiligung und Tarife, bei denen der Beamtenanwärter die Krankenversicherung durch eine Selbstbeteiligung billiger bekommen kann. Auch Angebote mit zahlreichen Extraleistungen bieten die privaten Krankenversicherer. Diese Tarife kosten dann allerdings auch etwas mehr. Welches der beste Tarif ist, lässt sich nicht absolut sagen. Gesunde Kunden ohne Vorerkrankung finden preiswerte Policen, wenn sie bereit sind, einen Teil der Kosten bei einer Krankheit durch Selbstbeteiligung selber zu tragen. Bei der Wahl der Selbstbeteiligung sollten Beamtenanwärter genau hinsehen. Es ist sinnvoller einen Tarif zu wählen, der bei jeder Behandlung eine kleine Summe verlangt. Tarife, bei denen der Versicherte jedes Jahr erst einmal so lange selbst zahlen muss, bis die Selbstbeteiligung abgezahlt ist, bergen bei schweren Erkrankungen teure Risiken.