Beiträge Krankenversicherung

Beiträge zur PKV vergleichen

Die Beiträge zur Krankenversicherung werden nach unterschiedlichen Prinzipien berechnet, je nachdem, ob man in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist oder ob man eine private Krankheitskosten-Vollversicherung abgeschlossen hat. Die Entscheidung für einen Wechsel in die Privatversicherung hat langfristige Auswirkungen und will deshalb gut überlegt sein, und zwar nicht nur auf Basis der unterschiedlichen Beiträge.

Solidaritätsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Sozialversicherung folgt grundsätzlich dem Solidaritätsprinzip. Das bedeutet, dass nicht das individuelle Risiko über die Höhe der Beiträge in der Krankenversicherung entscheidet, sondern die individuelle finanzielle Leistungsfähigkeit des versicherten. Die Beiträge werden deshalb als Prozentsatz des Einkommens erhoben, maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Diese beträgt 2015 49.500 EUR im Jahr und wird 2016 auf 50.850 EUR steigen.

Private Krankenversicherung

Der Arbeitgeber beteiligt sich an den Beiträgen der Sozialversicherung seiner Arbeitnehmer grundsätzlich zur Hälfte. In der Krankenversicherung wird dieses Prinzip der paritätischen Verteilung aber teilweise durchbrochen. Seit 2005 musste der Arbeitnehmer einen Beitragssatz von 0,9 % allein tragen. Nur der übersteigende Beitragssatz wird hälftig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Durch die Senkung des allgemeinen Beitragssatzes von 15,5 % auf 14,6 % seit 2015 gibt es derzeit zwar wieder eine gleiche Verteilung von je 7,3 % Arbeitnehmer und Arbeitgeberanteil, aber dies gilt eben nur für den allgemeinen Beitragssatz. Erhebt die Krankenkasse einkommensabhängige Zusatzbeiträge, sind diese vom Arbeitnehmer allein zu zahlen. Der Arbeitgeberanteil bleibt bei 7,3 % eingefroren, so dass Kostensteigerungen im Gesundheitswesen allein zu Lasten der Arbeitnehmer gehen.

Das Solidaritätsprinzip bei den Krankenversicherungs-Beiträgen begünstigt insbesondere Familien mit Kindern, in denen ein Partner nicht arbeitet. Wer kein eigenes Einkommen hat, genießt Versicherungsschutz über die kostenlose Familienversicherung. Auch beim Eintritt in den Ruhestand hat der gesetzliche Versicherungsschutz Vorteile, denn mit Wegfall des Arbeitseinkommens sinkt auch der Krankenversicherungs-Beitrag.

Bei der Berechnung des Krankengeldes wird maximal die Beitragsbemessungsgrenze zugrunde gelegt. Auch das ist Teil des Solidaritätsprinzips. Wer mehr verdient und gesetzlich krankenversichert ist, hat nach dem Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch seinen Arbeitgeber eine unter Umständen hohe Differenz zwischen dem bisherigen Einkommen und dem Krankengeld zu verkraften. Eine private Zusatzversicherung ist deshalb sehr zu empfehlen.

Äquivalenzprinzip der Privaten Krankenversicherung

Private Krankenversicherer sind Wirtschaftsunternehmen, die auf eine Gewinnerzielung hin arbeiten. Sie müssen sich deshalb sowohl im Interesse der Anteilseigner als auch wegen der Gleichbehandlung der Versicherten bei der Kalkulation der Beiträge für die Krankenversicherung am individuellen Risiko orientieren. Maßgeblich ist neben dem allgemeinen Gesundheitszustand und den Vorerkrankungen insbesondere das Alter. Das Eintrittsalter des Versicherten, also sein Alter bei Vertragsbeginn, ist nicht nur wegen der häufigeren Erkrankungen entscheidend. Es geht vor allem darum, dass jüngere Versicherte mehr Zeit haben, die sogenannte Alterungsrückstellung aufzubauen. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und dient dazu, die Beiträge der Krankenversicherung auch im Alter konstant zu halten. Allein das Älterwerden darf also nicht zu Beitragserhöhungen in der PKV führen.

Arbeitnehmer, die die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten, können sich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung befreien lassen. Sie müssen dafür den Abschluss einer privaten Krankheitskosten-Vollversicherung nachweisen. Der Arbeitgeber beteiligt sich an deren Kosten so, wie er es auch bei einem gesetzlich versicherten Arbeitnehmer tun würde, also mit maximal 7,3 % der Beitragsbemessungsgrenze. Das sind 2015 höchsten 301,13 EUR im Monat (7,3 % aus 4.125,00 EUR), 2016 werden es voraussichtlich 309,34 EUR sein (7,3 % aus 4.237,50 EUR).

Eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es in der PKV nicht. Auch Partner ohne eignes Einkommen und Kinder zahlen einen dem Risiko angemessenen Beitrag. Da der Beitrag nicht vom Einkommen abhängt, zahlt auch der Rentner für seine Krankenversicherung Beiträge in voller Höhe weiter. Es gibt aber Tarife mit Beitragsentlastung für die PKV im Alter, also eine Art Sparvorgang, von dem man in Zeiten mit geringerem Einkommen profitiert.

Entscheidung für oder gegen die Privatversicherung gut überlegen

Die dargestellten Unterschiede hinsichtlich der Beitragsberechnung machen deutlich, dass ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung gut überlegt sein will. Neben Alter und Gesundheit spielt die persönliche Lebensplanung eine entscheidende Rolle.

Wer sich für die PKV entscheidet, der ist langfristig gebunden. Ein Rückweg in das System der Sozialversicherung ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich. Nicht nur die Entscheidung für die private Versicherung allgemein, auch die Auswahl des Anbieters will gut vorbereitet sein. Einmal aufgebaute Alterungsrückstellungen können zwar in begrenztem Umfang auf einen anderen Versicherer übertragen werden, aber der Wechsel mit höherem Eintrittsalter und mit eventuellen Vorerkrankungen ist im Allgemeinen nachteilig, vielleicht sogar unmöglich. Kostenlose Versicherungsvergleiche im Internet geben erste Anhaltspunkte zu PKV Beiträgen, sollten aber keinesfalls das alleinige Kriterium sein. Wichtig ist auch die finanzielle Stärke und Ertragskraft des Unternehmens, um die beste PKV zu finden. Ratings, aber auch aus der Beitragsentwicklung der Vergangenheit geben entsprechende Anhaltspunkte. Hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen, und es wird deutlich, wer nur mit günstigen Einstiegsbeiträgen lockt, diese aber langfristig nicht halten kann.

Nicht nur die Beitragsseite, auch die Leistungen müssen in die Entscheidung für oder gegen eine Privatversicherung einbezogen sein. Die wählbare Höhe des versicherbaren Krankengeldes ist beispielsweise ein Merkmal der PKV. Wichtiger noch sind Wahlleistungen, die eine spürbar bessere medizinische Versorgung garantieren als in der gesetzlichen Versicherung, die ihre Zahlungen auf ein Mindestmaß beschränkt. Die Leistungen des privaten Versicherers sind dagegen vertraglich vereinbart und können nicht durch Gesetze zur Kostendämpfung beschnitten werden. Wer sich aus familiären Gründen für die gesetzliche Krankenversicherung entscheidet, kann sich mit privaten Zusatzversicherungen die Inanspruchnahme von Wahlleistungen sichern.