Beitragshöhe Krankenversicherung

Gewaltige Unterschiede in der Beitragshöhe

Die Kosten für die PKV Bei der Beitragshöhe für die Krankenversicherung gibt es gewaltige Unterschiede. Während der Gesetzgeber den gesetzlichen Kassen enge Grenzen setzt, dürfen private Krankenversicherer zahlreiche Faktoren in die Beitragsberechnung einfließen lassen. Zudem entscheiden sich die tatsächlichen Kosten am Berufsstatus.

So berechnen PKVen die Prämien

Privatversicherer ziehen bei der Beitragsberechnung zu Vertragsbeginn einige persönliche Daten heran. Dazu zählt das Alter. Wer in jungen Jahren eine PKV abschließt, kann mit niedrigen Beiträgen rechnen. Das liegt am geringeren Kostenrisiko für die Anbieter. Darüber hinaus spart der Versicherer während der gesamten Laufzeit Altersrückstellungen aus den Beiträgen an, mit diesen gleicht er die durchschnittlich höheren Kosten für Ältere aus. Bei einem Versicherungsbeginn mit 50 oder 55 fehlen diese Rückstellungen, entsprechend höhere Prämien verlangen die Dienstleister. Der Beruf stellt einen weiteren Faktor dar. Bei risikoreichen Berufen fordern die Versicherer Zuschläge. Starke Auswirkungen auf die Prämienhöhe entfaltet auch der Gesundheitszustand beim Abschluss der Police. Schwere Vorerkrankungen führen zu deutlich höheren Prämien, im schlimmsten Fall gar zu einer Ablehnung eines Vertragswunschs. Wichtig: Versicherer fragen im Antrag den Gesundheitszustand ab, Verbraucher sollten korrekt antworten. Ansonsten verlieren sie später den Versicherungsschutz.

Private Krankenversicherung

Im Gegensatz zu gesetzlichen Kassen zeichnet sich das PKV-Angebot durch ein flexibel bestimmbares, breites Leistungsspektrum aus. Versicherte können zum Beispiel einen Vertrag mit Chefarzt-Behandlung, der kompletten Kostenübernahme von Zahnarzt-Behandlungen und vielen weiteren Extra-Leistungen vereinbaren. Es liegt auf der Hand, dass sich die Wahl des Leistungspakets ebenfalls auf die Beitragshöhe bei der Krankenversicherung niederschlägt. Zusätzlich fragt sich, ob ein Interessierter Familienmitglieder wie eine Ehegattin oder ein Baby mitversichern will. In der PKV fallen dafür zusätzliche Kosten an. Die Prämien reduzieren können Verbraucher dagegen mit einem Selbstbehalt. In diesem Fall übernehmen sie jährlich bis zu einer bestimmten Obergrenze die Kosten für alle medizinischen Ausgaben, erst die darüber hinausgehenden Summen begleicht die Versicherung. Das lohnt sich für alle Gesunde, die nur selten eine Behandlung benötigen. Vorsorgeuntersuchungen sind von dieser Regelung meist ausgenommen.

Auf Basis aller dieser Eckpunkte berechnen Versicherer ein Angebot. Ein Vergleich zeigt: Bei den gleichen Rahmenbedingungen verlangen die Dienstleister stark abweichende Kosten. Wie bei allen privaten Versicherungen differiert die finanzielle Attraktivität massiv, deswegen empfiehlt sich vor dem Vertragsabschluss dringend ein Versicherungsvergleich. Auf Vergleichsportalen lässt sich dieser mit minimalem Aufwand durchführen. Insbesondere Direktversicherer schneiden meist gut ab, da sie weitgehend auf Filialen verzichten und damit vergleichsweise geringe Kosten haben.

Arbeitgeber und Beitragsrückerstattungen reduzieren Kosten

Selbstständige tragen die berechneten Prämien der PKV komplett alleine. Anders sieht es bei Angestellten aus, sie erhalten einen Arbeitgeberzuschuss für die PKV. Die Arbeitgeber müssen die Hälfte der Beitragshöhe für die Krankenversicherung übernehmen. Allerdings gilt eine Obergrenze: Die Kosten dürfen nicht diejenigen übersteigen, die Unternehmen bei einer Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen müssten. Der Arbeitgeberanteil ist damit höchstens so hoch wie der gewöhnliche Arbeitgeberbeitrag an der GKV bis zur aktuell gültigen Beitrags-Bemessungsgrenze. Ein vereinbarter Selbstbehalt und Beitragsrückerstattungen wirken sich nicht auf die Höhe des Zuschusses aus.

Auch bei Beamten beteiligen sich die staatlichen Arbeitgeber an Krankheitskosten, allerdings auf direkte Art. Sie übernehmen bei sämtlichen Rechnungen einen Teil der Kosten, die Anteile unterscheiden sich zwischen den jeweiligen Institutionen. Mit einer privaten Krankenversicherung müssen Beamte nur noch den Rest abdecken. Sie brauchen deswegen keine private Krankenvollsicherung, sondern nur eine Restkostenversicherung abschließen. Für diese Policen liegt die Beitragshöhe deutlich niedriger als für gewöhnliche Versicherungen.

Hinsichtlich der tatsächlichen Beitragshöhe in der Krankenversicherung verdienen auch Beitragsrückerstattungen Aufmerksamkeit. Diese bieten Versicherer in zwei Formen an. Erstens honorieren sie, wenn Versicherungsnehmer innerhalb eines Jahres außer Vorsorgeuntersuchungen keine Leistungen in Anspruch nehmen. Die Beitragsrückerstattung kann mehrere Hundert Euro betragen, Interessierte sollten die Konditionen bei einem PKV-Beitragsvergleich genau prüfen. Zweitens belohnen viele Dienstleister ein gesundheitsbewusstes Leben. Wer zum Beispiel die Mitgliedschaft in einem Sportverein und die Teilnahme an präventiven Untersuchungen nachweisen kann, erhält einen Bonus.