Beitragssätze Krankenversicherung

Günstige Pkv-Tarife finden

Viele Versicherungsnehmer, die mit dem Gedanken spielen, sich privat zu versichern, haben zunächst keine Vorstellung davon, wie günstig oder teuer die Beitragssätze der Krankenversicherung ausfallen. Dass sie im Alter in schwindelerregende Höhen ansteigen, haben hingegen die meisten schon einmal gehört oder gelesen. Dabei muss eine derartige Preisentwicklung gar nicht eintreten und gerade die Einstiegstarife der privaten Versicherer sind häufig günstiger als in der GKV. Die Prämienhöhe richtet sich nämlich nicht nur nach dem Einkommen des Versicherten. Auch das Eintrittsalter, der Gesundheitszustand und die Lebensweise des Mitgliedes wirken sich auf die Preisgestaltung auf.

Wer kann sich versichern?

Eine private Krankenversicherung kommt nur für Personen infrage, die nicht der gesetzlichen Versicherungspflicht unterliegen, etwa weil sie in einem Angestelltenverhältnis tätig sind oder weil ihr Monatsgehalt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von rund 55.000 Euro jährlich liegt. Neben angestellten Gutverdienern gehören daher auch Beamte, Freiberufler und Selbstständige zum klassischen Mitgliederpool der privaten Kassen. Wer sich aufgrund seines Gehaltes privat versichern möchte, braucht allerdings nicht zu befürchten, dass ihm die Mitgliedschaft mit sinkendem Einkommen gekündigt wird, sondern kann sich von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Private Krankenversicherung

Wird die Versicherungspflicht jedoch aufgehoben, gibt es praktisch keinen Weg zurück in die gesetzlichen Kassen. Selbiges gilt für Versicherungsnehmer, die das 55. Lebensjahr bereits vollendet haben. Ein Umstand, der vielen Wechselwilligen Sorge bereitet. Für Privatversicherte steigen die Beitragssätze der Krankenversicherung schließlich in späteren Jahren zum Teil unverhältnismäßig stark an. Viele potenzielle Mitglieder fürchten daher, dass die Pkv im Alter unbezahlbar wird. Als Ursache dieser ungünstigen Tarifentwicklung gilt gemeinhin die komplizierte Berechnung der Beiträge, da hier zukünftige Faktoren eine Rolle spielen, die nur schwer abschätzbar sind.

So werden die Beiträge berechnet

Wenn private Versicherer den Krankenkassenbeitrag berechnen, der für ihre Mitglieder je nach Alter und Risikogruppenzugehörigkeit gilt, beziehen sie drei Faktoren mit ein. Zunächst rechnen sie mit einem Risikoanteil, mit dem die Kosten für Behandlung und medikamentöse Versorgung der Versicherten finanziert werden. Hinzu kommt der Anteil für die Verwaltungskosten und der Sparanteil, auch Altersrückstellung genannt, der eine extreme Beitragssteigerung für Versicherte in höherem Lebensalter vermeiden soll. Während der Risikoanteil durch eine genaue Bestandsaufnahme hinsichtlich des Gesundheitszustandes der Mitglieder noch verhältnismäßig genau bestimmt werden kann, fällt die Berechnung des Sparanteils jedoch häufig zu knapp aus.

Diese Fehleinschätzung rührt nicht nur daher, dass die Menschen in den Industrienationen immer älter werden und dementsprechend lange ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Auch die Medizin entwickelt sich weiter. Fortschrittliche aber teure Operationsverfahren, Geräte und Untersuchungsmethoden sorgen auch hier für steigende Kosten. Im ungünstigsten Fall müssen daher die ältesten Versicherungsnehmer, die bereits in Rente sind und dementsprechend wenig Geld zur Verfügung haben, die höchsten Beitragssätze für die Krankenversicherung bezahlen. In diesem Fall sind die Kassen aber verpflichtet, eine Art Alters- oder Basistarif anzubieten, in den betroffene Mitglieder wechseln können. Er ist günstiger, beinhaltet unter Umständen aber auch weniger Leistungen als gewohnt.

Beitragsberechnung mit dem Onlinerechner

Interessierte sollten dieses Risiko daher in ihre Entscheidungsfindung miteinbeziehen und beispielsweise eine Kasse wählen, die dieser Problematik aktiv vorzubeugen versucht. Etwa mit einem sogenannten Vorsorgetarif, der garantiert, dass die Prämien um einen genau definierten Prozentsatz sinken, wenn der Versicherte ein bestimmtes Alter erreicht. Vorsorgetarife werden nicht von allen Versicherern angeboten und sind teurer als die Basisvariante, werden aber vom Arbeitgeber bezuschusst. Sie sind daher besonders für Arbeitnehmer interessant. Grundsätzlich aber gilt, dass auch die späteren Beiträge umso günstiger ausfallen, je jünger der Versicherungsnehmer bei Eintritt in die Pkv ist.

Ein Beitragsrechner hilft dabei, die jetzigen und demnach auch künftigen Prämien einer privaten Versicherung zumindest grob abzuschätzen. Internetnutzer haben hier verschiedene Tools zur Auswahl, die sich von den Vergleichsrechnern für gesetzliche Versicherer zum Teil stark unterscheiden. Zwar gibt der Nutzer im ersten Schritt auch hier Geschlecht, Geburtsdatum und Beruf in die Eingabemaske ein, wird aber bereits im zweiten Schritt dazu aufgefordert, sensible Daten inklusive des vollständigen Namens und der Anschrift zu hinterlegen. Alternativ dazu gibt es auch anonyme Rechner und Seiten, die nur mit den Eckdaten des Anfragenden arbeiten.

Nutzer sollten hierbei aber bedenken, dass sich die Beitragshöhe in weit stärkerem Maße als bei den gesetzlichen Versicherern an dem Gesundheitszustand des Bewerbers orientiert. Wer Mitglied einer Pkv werden will, muss daher eine sogenannte Gesundheitsprüfung ablegen, bei der er Fragen über seinen früheren und gegenwärtigen Gesundheitszustand, zu Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen beantwortet, die er gegebenenfalls mittels ärztlicher Atteste oder anderer, geeigneter Belege nachweisen muss. Erst anschließend legt die Krankenkasse ein verbindliches Tarifangebot vor. Onlinerechner, mit denen sich die Beitragssätze der Krankenversicherung ausrechnen lassen, können daher nur ein ungefähres Bild des erwartbaren Preises zeichnen.