Bemessungsgrenze Krankenversicherung

Grenze für die Beiträge

Für die Berechnung des Krankenkassenbeitrags ist die Bemessungsgrenze der Krankenversicherung eine wichtige rechnerische Größe. Denn die Beiträge werden für jedes Mitglied nur bis zu einer gesetzlich festgelegten Grenze erhoben, der so genannten Beitragsbemessungsgrenze. Für den Teil des Einkommens oder des Gehalts, der über dieser Bemessungsgrenze der Krankenversicherung liegt, werden keine Beiträge in der gesetzlichen Krankenkasse mehr fällig. Wo genau und in welcher Höhe die Krankenversicherung die Bemessungsgrenze ansetzt, das ändert sich von Jahr zu Jahr. Ausschlaggebend für die Höhe der Grenze ist nämlich die gesamte Lohnentwicklung im Vorjahr.

Die Bemessungsgrenze wird deshalb in jedem Jahr neu durch die Bundesregierung festgesetzt.

Ist im Jahr davor das durchschnittliche Einkommen gestiegen, steigt auch die Beitragsbemessungsgrenze, oberhalb der jeder Arbeitnehmer keine weiteren Beiträge für die Krankenkasse zahlen muss. Sinkt das durchschnittlich Einkommen, was wenig wahrscheinlich aber nicht unmöglich ist, dann sinkt auch die Bemessungsgrenze. Deswegen bewirkt eine jede neue Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze für gut verdienende Mitglieder der GKV quasi eine Erhöhung des Beitrags, weil der Beitragssatz jetzt auf eine höhere Summe angelegt wird. Für Mitglieder, die mit ihrem Einkommen unter der Bemessungsgrenze der Krankenversicherung liegen, ändert eine höhere oder eine niedrigere Grenze nichts am eigenen Beitrag. Eine geringere Beitragsbemessungsgrenze dagegen würde zu einer Absenkung des maximalen Beitrags führen.

Das Solidarprinzip

Private Krankenversicherung

Dass in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Höchstgrenze zur Bemessung der Beiträge eingerichtet wurde, folgt dem Solidarprinzip. Es ist innerhalb aller Sparten der Sozialversicherung das vorherrschende Prinzip und soll gewährleisten, dass sich die Höhe der Beiträge strikt nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Versicherten richtet. Der Anspruch an Leistungen jedes einzelnen Mitglieds richtet sich dagegen nach der Bedürftigkeit und darf nicht davon abhängig gemacht werden, wie hoch die Beiträge des Mitglieds sind. Festgeschrieben ist dieses Prinzip im Sozialgesetzbuch V (SGB V). Damit tragen Mitglieder mit gutem Verdienst für Mitglieder mit einem niedrigeren Lohnniveau die Beitragslast mit. Das aber nur innerhalb von gewissen Einkommensgrenzen. Lohn und Gehalt über den Bemessungsgrenzen werden nicht angetastet.

Rechengröße in der Sozialversicherung

Die Beitragsbemessungsgrenze wird sehr oft mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze, auch Versicherungspflichtgrenze genannt, gleichgesetzt. Bis in das Jahr 2003 waren beide Grenzen in ihrer Höhe identisch. Dabei handelt es sich jedoch um zwei sehr verschiedene Rechengrößen in der Sozialversicherung. Die Versicherungspflichtgrenze zeigt an, ab welcher Höhe des jährlichen Arbeitslohnes ein Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenkasse nicht mehr pflichtversichert sein muss. Er hat dann die Wahl. Entweder bleibt er als freiwilliges Mitglied seiner gesetzlichen Kasse erhalten oder er wechselt in die private Krankenversicherung zu wechseln. Deshalb grenzt die Versicherungspflichtgrenze bzw. die Jahresarbeitsentgeltgrenze den Markt zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung ab.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung gilt seit dem Jahr 2001 einheitlich sowohl für die alten als auch für die neuen Bundesländer. Bis dahin hatten West und Ost verschiedene Grenzen zur Beitragsbemessung. Auch für die Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie für die knappschaftliche Rentenversicherung gibt es Beitragsbemessungsgrenzen. Diese Grenzen, die für die jeweiligen Sparten der Sozialversicherung ebenfalls zur Berechnung der Beiträge herangezogen werden, unterscheiden sich aber noch immer nach West und Ost.

Private Krankenversicherung

Für die private Krankenversicherung spielt die Bemessungsgrenze nur eine geringe Rolle. Das liegt daran, dass für die Beiträge in der privaten Vollversicherung unter anderem auch das Alter und die Risikofaktoren des Versicherten eine Rolle spielen. Die aktuelle Bemessungsgrenze ist im Bereich der privaten Krankenversicherung ausschlaggebend für die Höhe des Basistarifs ist lediglich relevant für den Basistarif und dafür, wie hoch der Pflichtanteil für den Zuschuss der Arbeitgebers oder des gesetzlichen Rentenversicherers zum Beitrag des Versicherten ist.