Bemessungsgrundlage Krankenversicherung

Grundlagen beim Beitrag

Die Bemessungsgrundlage in der Krankenversicherung ist der Wert, mit dem das Gehalt eines Versicherten bei der Berechnung des Beitrags herangezogen wird. Vor allem in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) spielt dieser Wert eine wesentliche Rolle. Hier tragen die Mitglieder mit Mitgliedsbeiträgen zur Finanzierung der medizinischen Leistungen bei. Deren Höhe bemisst sich an ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Damit gut Verdienende in der Beitragsbemessung nicht über alle Maßen belastet werden, ist die Bemessungsgrundlage in der Krankenversicherung nach oben begrenzt.

Diese Grenze nennt sich Beitragsbemessungsgrenze. Sie wird für jedes Jahr auf der Basis der Lohnentwicklung des Vorjahres neu festgelegt.

Für Pflichtversicherte zählt Arbeitseinkommen

Für das Jahr 2016 hat der Gesetzgeber die Bemessungsgrundlage in der Krankenversicherung bei einem monatlichen Einkommen von 4.237,50 Euro gedeckelt. Für jeden Cent Verdienst, der über diesem Wert liegt, muss das GKV Mitglied keinen Beitrag mehr zahlen. Außerdem tragen Arbeitnehmer, Angestellte und Rentner vom gesetzlich festgelegten Beitragssatz, er liegt derzeit bei 14,6 Prozent, nicht in voller Höhe. Die Hälfte, also 7,3 Prozent, tragen Arbeitgeber oder die gesetzliche Rentenkasse. Die andere Hälfte plus die eventuell von der Kasse erhobenen Zusatzbeiträge zahlt das GKV Mitglied aus der eigenen Tasche.

Private Krankenversicherung

Pflichtversicherte GKV Mitglieder haben noch einen weiteren Vorteil. Zur Bemessungsgrundlage in der Krankenversicherung werden nur Arbeitseinkommen herangezogen. Das sind in erster Linie Einkommen aus der angestellten Tätigkeit. Arbeitet der GKV Versicherte noch nebenher, werden auch Gehalt oder Honorare aus dieser Tätigkeit für die Bemessung des Beitrages gewertet. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Einkommen aus einer ebenfalls sozialversicherungspflichtigen Arbeit oder aus einer selbstständigen Tätigkeit stammt. Erreicht das Mitglied der GKV mit seinem Lohn aus dem Hauptjob noch nicht die Beitragsbemessungsgrenze, dann zieht die Krankenkasse diese Einkommen bei der Berechnung des monatlichen Beitrags hinzu. Und zwar so lange, bis die Beitragsbemessungsgrenze tatsächlich erreicht ist. Jeder darüber liegende Cent bleibt verschont. Ausgenommen sind übrigens die so genannten 450-Euro-Jobs. Hier zahlt der Arbeitgeber pauschale Beiträge an die jeweilige Krankenkasse.

Freiwillig Versicherte mit breiterer Berechnungsbasis

In der GKV gibt es auch freiwillig Versicherte. Das sind alle Angestellten, die mit ihrem Lohn aus dem Hauptjob über die Pflichtversicherungsgrenze von derzeit 4.687,50 Euro im Monat liegen. Sie könnten auch in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Es gibt aber in der Tat Gründe, freiwillig in der GKV zu bleiben. Auch Selbstständige und Freiberufler können in der GKV freiwillig versichert sein. Was die Bemessungsgrundlage in der Krankenversicherung betrifft, gibt es für diesen Personenkreis besondere Regeln.

Auch hier zählt für den Beitrag das Einkommen des GKV Mitglieds. Allerdings bildet nicht nur das Einkommen aus Arbeit die Grundlage. Bis zur Beitragsgrenze werden auch andere Einkommen gewertet. Das können unter anderem Zinsen aus Vermögen oder Einnahmen aus vermieteten Eigentumswohnungen sein. Für Arbeitnehmer mag dieser Umstand keine sehr große Rolle spielen. Betroffen aber können freiwillig gesetzlich versicherte Rentner sein. Sie haben während ihres Arbeitslebens oft Geld angespart, einige bekommen Renten aus einer privaten Rentenversicherung, nicht selten gibt es eine Wohnung, die vermietet wurde. Alle diese Einnahmen zählen beim Beitrag als Bemessungsgrundlage. Und zwar so lange, bis in der Summe die Grenze für die Beitragsbemessung erreicht ist.

Beitragsbemessung bei Selbstständigen und Freiberuflern

Auch Freiberufler und Selbstständige sollten einige beachten. Wichtige Regeln gibt es für alle, die ein schwankendes Einkommen haben oder von Zeit zu Zeit wenig verdienen. Zur Beitragsbemessung zählt bei ihnen das Einkommen, das sie tatsächlich verdienen. Beliebig niedrig dürfen sie das, was sie monatlich einnehmen, allerdings nicht angeben. Die Krankenkasse stützt sich bei der Beitragsberechnung auf ein fiktives Mindesteinkommen. Im Jahr 2016 veranschlagt sie dafür im Monat 2178,75 Euro. Es gibt Freiberufler und Selbstständige, den der daraus berechnete Kassenbeitrag von 318,10 Euro zu hoch ist, weil sie tatsächlich noch weniger verdienen.

Bei ihrer Krankenkasse dürfen sie einen Antrag stellen, dass diese die Bemessungsgrundlage noch weiter absenkt. Das hilft etwa Existenzgründern und allen, die nachweislich sehr wenig Geld aus ihrer selbstständigen Arbeit erhalten. Die Kassen legt dann die Bemessung bei derzeit 968,33 Euro fest und verlangt einen Monatsbeitrag von 137,57 Euro. Die geringen Einnahmen müssen regelmäßig, zum Beispiel durch die Steuererklärung, bei der Kasse nachgewiesen werden. Steigen die Gewinne, steigt auch der GKV Beitrag wieder an. Insgesamt ist aber auch bei Selbstständigen und Freiberuflern mit guten Aufträgen und Einkünften bei der Beitragsbemessungsgrenze Schluss.

Beitragsbemessung bei den Privaten Kassen

Auch in der private Krankenversicherung (PKV) spielt die Beitragsbemessungsgrenze eine Rolle. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf den Basistarif in der PKV. Diesen Tarif müssen alle privaten Versicherer für ihre Mitglieder über 55 Jahre anbieten, die sich einen anderen und teureren Tarif nicht leisten können. Enthalten sind nur die Leistungen, die auch die GKV anbietet. Der Gesetzgeber verpflichtet die privaten Versicherer zu diesem Basistarif und legt gleichzeitig fest, wie teuer er maximal sein darf. Für das Jahr 2016 sind das 14,6 Prozent allgemeiner Beitragssatz plus 1,1 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitrag gleich 15,7 Prozent mal den Wert der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV von 4237,50 Euro. Damit muss ein Versicherter im Basistarif der PKV derzeit 665,28 Euro monatlich zahlen. Außerdem muss ein Arbeitgeber, der einem privat versicherten Mitarbeiter einen Arbeitgeberzuschuss zur Krankenkasse zahlt ebenfalls nicht mehr leisten, als 7,3 Prozent der Bemessungsgrenze.