Beste Gkv

Welche ist die beste gesetzliche Krankenversicherung?

Jedes Jahr, wenn die gesetzlichen Krankenkassen die neuen Zusatzbeiträge bekannt geben, gehen viele Versicherte auf die Suche, um die beste GKV zu finden. Sie nutzen ihr Sonderkündigungsrecht, um der Beitragserhöhung zu entgehen. Im Grundsatz ist das auch richtig, denn erstens sind die Leistungen zu 95 % identisch, und zweitens geht der Zusatzbeitrag voll zu Lasten des Versicherten. Lesen Sie, was beim Wechsel der Krankenkasse zu beachten ist.

Seit 2005 keine paritätische Finanzierung mehr

Eines der Grundprinzipien der deutschen Sozialversicherung ist die paritätische Finanzierung, also die hälftige Teilung der Beiträge zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Politik hat aber vor dem Hintergrund einer Reduzierung der Lohnnebenkosten für Unternehmen bereits 2005 genau diesen Grundsatz aufgegeben. Seit 2009, mit dem Inkrafttreten des Gesundheitsfonds, ist die Beitragszahlung so geregelt, dass nur noch ein Grundbeitragssatz von 14,6 % zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit je 7,3 % getragen wird. Kommen die Kassen mit diesem Beitrag nicht aus, müssen sie einen Zusatzbeitrag erheben, der allein zu Lasten der Versicherten geht. Der Arbeitgeberanteil bleibt bei 7,3 % eingefroren.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Während die beste gesetzliche Krankenversicherung am Markt keinen Zusatzbeitrag verlangt, werden in der Spitze schon jetzt 1,8 % erhoben. Auf lange Sicht dürfte das aber nicht das Ende sein, denn dass die Ausgaben der GKV aufgrund der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts weiter steigen, wird kein Experte ernsthaft bestreiten. Die jetzige Gesetzeslage bürdet diese Kosten allein den Versicherten auf, und die haben deswegen ein elementares Interesse daran, die beste GKV mit dem niedrigsten Beitrag auszuwählen.

Leistungen sind weitestgehend gesetzlich festgeschrieben

Die Leistungen der Krankenkassen sind im Fünften Sozialgesetzbuch festgeschrieben. Konkretisiert werden die Vorschriften durch Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses. Ärzte und Krankenkassen beschließen hier beispielsweise, welche Therapien erfolgversprechend sind und deshalb bezahlt werden. Beim Vergleich der Krankenkassen spielt der Bereich dieser sogenannten Regelleistungen als keine Rolle. Interessanter wird es bei Zusatzleistungen, die sich je nach Anbieter unterscheiden können. Homöopathie, Impfungen vor Auslandsreisen, Zuschüsse für eine professionelle Zahnreinigung oder Bonusprogramme in Zusammenhang mit Prävention sind typische Kriterien, die eine auf der Leistungsseite beste gesetzliche Krankenversicherung auszeichnen.

Abgesehen von der Leistung entscheidet auch der Kundenservice über die persönlich beste GKV. Der eine fühlt sich mit einem Online-Kontakt wohl, der andere möchte einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort. Auch das sollte in die Wahl der Krankenkasse einfließen.

Wechsel der Krankenkasse ist ohne Risiko

Nichts gegen die Entscheidung, die beste gesetzliche Krankenversicherung nach Zusatzleistungen und Service auszuwählen. Aber die Frage nach der Beitragshöhe hat schon Gewicht. Rechnen wir einmal nach: Hat ein Versicherter ein Einkommen in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze, liegen zwischen teuerster und billigster Krankenkasse knapp 1.000 EUR Beitragsunterschied im Jahr. Jedes Zehntel Prozent, das die neue Kasse günstiger ist, bedeutet eine Ersparnis von über 50 EUR. Was hindert die Versicherten also am Wechsel?

In vielen Fällen dürften es Informationsdefizite und daraus resultierende unbegründete Ängste sein. Die wichtigste Information: der Wechsel ist ohne jedes Risiko, auch für kranke Menschen und auch im fortgeschrittenen Alter. Die neue Kasse darf niemanden, der gesetzlich versicherungspflichtig ist, ablehnen. Das gilt zumindest für die bundesweit aktiven Versicherer. Bei regionalen Kassen kommt es dagegen auf Wohnort bzw. Arbeitsplatz an. Es gibt beim Kassenwechsel keine Wartezeiten und damit auch keine zeitlichen Lücken im Versicherungsschutz.

Vergleichsportale kritisch hinterfragen

Krankenkassen-Vergleiche im Internet sind nützlich, um die die beste gesetzliche Krankenversicherung zu finden. Nutzen Sie aber mehrere unabhängige Portale und prüfen Sie die Angaben zusätzlich auf den jeweiligen Webseiten der Krankenkassen. Insbesondere Informationen über die Zusatzleistungen können schnell veralten oder sind im begrenzten Umfang eines Online-Vergleichs nicht präzise dargestellt. Achten Sie außerdem darauf, ob die jeweilige Kasse an Ihrem Wohnort oder Arbeitsplatz überhaupt Versicherungsschutz anbietet. Viele günstige Krankenkassen sind nur regional aktiv. Möchten Sie die Kasse zum 1. Januar wechseln, informieren Sie sich zudem über mögliche Veränderungen der Zusatzbeiträge und Einschränkungen von Leistungen. Eine schriftliche Bestätigung der ins Auge gefassten neuen gesetzlichen Krankenversicherung vermeidet böse Überraschungen.

Haben Sie Ihre beste GKV gefunden, müssen Sie zunächst den alten Vertrag kündigen. Die übliche Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, und die Kündigung wirkt zum Ende des Kalendermonats. Kündigen Sie beispielsweise am 20. April, wird die Kündigung Ende Juni wirksam, und ab dem 1. Juli brauchen Sie neuen Versicherungsschutz. Es gibt allerdings eine wichtige Einschränkung: an einen Vertrag sind Sie mindestens 18 Monate gebunden. Ein häufigerer Kassenwechsel funktioniert nur, wenn ein Zusatzbeitrag erhöht oder neu eingeführt wird. Darauf muss die Kasse mit der Mitteilung über den neuen Beitrag übrigens ausdrücklich hinweisen. Das Sonderkündigungsrecht müssen Sie bis zum Ende des Monats ausüben, in dem die Krankenkasse Sie über die Beitragserhöhung informiert. Wie bei der ordentlichen Kündigung wirkt auch die Sonderkündigung mit einer Frist von zwei Monaten. Abweichende Regelungen sowohl für Mindestlaufzeiten als auch für Kündigungsfristen gelten bei zusätzlich versicherten Wahltarifen, die die gesetzlichen Leistungen auf das Niveau einer Privatversicherung aufstocken.

Zum Kassenwechsel fehlen jetzt nur noch zwei Schreiben und eine Bestätigung: 1. Sie kündigen Ihren bisherigen Vertrag. Das geht auch per Fax, aber nicht per E-Mail, weil es dann an der eigenhändigen Unterschrift fehlt. 2. Sie melden sich bei der Kasse Ihrer Wahl an. Dazu gibt es oft online auf der Website der Krankenkasse ein Formular. Halten Sie Ihre Sozialversicherungsnummer und die Anschrift Ihres Arbeitgebers bereit. Das Foto für die neue Versichertenkarte kann meist als Datei hochgeladen werden. 3. Die neue Kasse stellt Ihnen die neue Versicherungskarte und eine Mitgliedsbescheinigung aus, die Sie dem bisherigen Versicherer vorlegen. Erst damit ist die Kündigung wirksam und der Wechsel komplett.