Beste Krankenversicherung

GKV oder PKV - welche passt für mich?

Die beste Krankenversicherung für die persönliche Lebenssituation zu finden, ist gar nicht so leicht. Es ist eine Wahl zwischen zwei grundverschiedenen Systemen. Und selbst wenn die Entscheidung für eine gesetzliche oder private Krankenversicherung gefallen ist, bleibt die Auswahl zwischen vielen gesetzlichen Krankenkassen bzw. Versicherungsunternehmen. Hinzu kommt, dass der einmal gefasste Entschluss langfristig Bestand haben muss.

Die Rückkehr von der privaten Krankenversicherung in die Sozialversicherung ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich und spätestens ab dem 55. Lebensjahr nahezu ausgeschlossen. Und ein Anbieterwechsel in der PKV ist vor allem bei schon länger bestehenden Verträgen mit Verlusten verbunden, denn die angesparte Altersrückstellung der PKV kann nur zum Teil mitgenommen werden. Deshalb ist es wichtig, die langfristig beste Krankenversicherung zu finden und nicht nach kurzlebigen Faktoren zu entscheiden.

Die GKV wird finanziert nach dem Solidaritätsprinzip

Gesetzliche und private Krankenversicherung unterscheiden sich vor allem in der Methodik, nach der die Beiträge erhoben werden. Die gesetzliche Krankenversicherung wird finanziert durch einen Beitrag, der in Prozent des Einkommens bemessen wird. Dieses sogenannte Solidaritätsprinzip ist im Wesentlichen aus der Historie der Sozialversicherung zu erklären. Bei ihrer Einführung in Deutschland vor über 130 Jahren waren die meisten Leistungen auch in der Krankenversicherung einkommensabhängig. Das Krankentagegeld hatte mehr Bedeutung als die Behandlungskosten. Da lag es nahe, auch die Höhe des Beitrags nach dem Einkommen auszurichten. Eine Umverteilung zugunsten der Bezieher niedriger Einkommen war ursprünglich nicht beabsichtigt.

Private Krankenversicherung

Heute ist die Situation ganz anders. Der weitaus größte Teil der Ausgaben eines Krankenversicherers hat nichts mit dem Einkommen zu tun. Tendenziell sind Menschen mit oft schlecht bezahlter körperlicher Berufsarbeit sogar häufiger krank. Die Subventionierung durch die Besserverdienenden ist aber gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze. Das ist der Höchstbetrag, von dem der Beitrag berechnet wird. Alles, was oberhalb der Bemessungsgrenze liegt, bleibt unberücksichtigt.

Seit 2015 teilt sich der GKV-Beitrag auf in einen allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % und einen Zusatzbeitrag, den die meisten Kassen erheben müssen, weil sie mit den Mitteln aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommen. Während der allgemeine Beitragssatz hälftig zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt wird, belastet der Zusatzbeitrag, im Schnitt rund 1 %, allein die Versicherten. Die beste Krankenversicherung ist, wenn man nur auf die Beitragshöhe schaut, also die mit dem geringsten oder sogar ganz ohne Zusatzbeitrag. Da die Leistungen zu 95 % ohnehin gesetzlich festgelegt sind, unterscheiden sich die einzelnen Anbieter hier eher wenig. Allenfalls die Servicequalität, zum Beispiel Filialen vor Ort oder in großen Kliniken, könnten bei der Entscheidung noch eine Rolle spielen.

Private Versicherer kalkulieren nach dem individuellen Risiko

Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze, Selbstständige und einige andere Berufsgruppen haben die Wahl, ob sie freiwillig im System der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder sich privat versichern möchten. Beamte ergänzen ihre Beihilfe durch eine spezielle Privatversicherung. Ob die beste Krankenversicherung in der GKV oder PKV zu finden ist, muss jeder für sich nach seiner Lebenssituation und seinen Zukunftsplänen entscheiden.

Während die GKV einkommensabhängige Beiträge erhebt, zählt für den Privatversicherer allein das individuelle Risiko, das der Versicherte darstellt. Entscheidend sind insbesondere das Alter und die Gesundheit bei Vertragsbeginn und natürlich der gewünschte Leistungsumfang. Ein junger, gesunder Versicherter kann sehr günstig umfassende Leistungen als Privatpatient versichern. Die Beiträge steigen auch nicht deshalb, weil der Kunde älter wird oder vielleicht sogar chronisch erkrankt. Der Versicherer muss diesen natürlichen Verlauf einkalkulieren und ist gesetzlich verpflichtet, dafür eine Altersrückstellung zu bilden.

Diese Punkte gilt es zu bedenken

Aber auch junge Menschen sollten vor dem Wechsel in die PKV einige Fragen klären. So erfordert zum Beispiel die Kalkulation nach dem Risiko einen separaten Beitrag für jedes Familienmitglied. Eine kostenlose Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht. Auch für den nicht arbeitenden Partner und die Kinder ist ein Beitrag zu zahlen. Wer also plant, eine große Familie zu gründen, sollte genau überlegen, ob die PKV unter diesem Gesichtspunkt dennoch attraktiv für ihn ist. Dabei ist zu bedenken, dass einem möglicherweise höheren Beitrag sehr viel bessere Leistungen gegenüberstehen. Wollen Sie die beste Versorgung für Ihre Familie, müssen Sie diese als GKV-Mitglied privat bezahlen oder Geld für eine Zusatzversicherung ausgeben.

Ein weiterer Aspekt liegt zwar vielleicht noch in weiter Zukunft, muss aber unbedingt frühzeitig bedacht werden: Was passiert mit der Krankenversicherung im Rentenalter? Während in der GKV die Beiträge mit dem wegfallenden Einkommen sinken, muss in der PKV der vertragliche Beitrag weiter gezahlt werden. Und es kommt noch schlimmer: Der Arbeitgeberzuschuss fällt mit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben weg. Er wird zwar durch einen Anteil des Rentenversicherers ersetzt, aber der ist in aller Regel niedriger, weil er sich am Rentenniveau orientiert. Und machen wir uns nichts vor: Bis zum Rentenalter wird der Beitrag zur PKV kräftig gestiegen sein. Selbst wenn das Älterwerden des Einzelnen keine Beitragsänderung zur Folge hat, kann sich die PKV ebenso wenig wie die Sozialversicherung dem demografischen Trend und der Kostensteigerung im Gesundheitswesen entziehen.

Die beste Krankenversicherung ist die, die sich schon frühzeitig auf diese Entwicklungen einstellt. Gab es bei dem Versicherer Ihrer Wahl in der Vergangenheit überdurchschnittliche Beitragssteigerungen? Seien Sie vorsichtig, möglicherweise gibt es ein Problem mit der Kostensituation oder überalterten Beständen. Dann sind auch in Zukunft überproportionale Erhöhungen nicht auszuschließen. Lassen Sie sich schon beim Vertragsabschluss zeigen, wie der Beitrag im Alter gesenkt werden kann. Dafür gibt es spezielle Bausteine, die durch kleine Sparraten während des Berufslebens eine große Beitragsreduzierung ab dem Rentenbeginn bewirken. Ist der Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft, beteiligt sich sogar Ihr Chef an diesem Spartopf.