Beste Pkv

Die beste PKV in vier Schritten finden

Wer die beste PKV finden möchte, darf sich nicht auf den Preisvergleich beschränken. Der Leistungsumfang kann je nach Tarif stark variieren, und auch die finanzielle Stärke des Versicherungsunternehmens sollte in die Überlegungen einfließen, um nicht auf einen günstigen Einstiegspreis hereinzufallen, bei dem Preissteigerungen vorprogrammiert sind. Vier einfache Schritte helfen Ihnen, den richtigen Anbieter und einen günstigen Tarif auszuwählen.

Schritt 1: Vertragstyp bestimmen

Nur bestimmte Personengruppen sind nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig oder können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn sie privaten Versicherungsschutz nachweisen. Je nachdem, zu welcher dieser Gruppen Sie gehören, brauchen Sie einen speziell angepassten Tarif in der PKV.

Private Krankenversicherung

Angestellte können in die PKV wechseln, wenn sie mehr verdienen als die Jahresarbeitsentgeltgrenze. Der Arbeitnehmer muss den Abschluss einer privaten Krankenvollversicherung nachweisen. Sie heißt auch substitutive Krankenversicherung, weil sie den gesetzlichen Versicherungsschutz ersetzt. Wichtig ist darüber hinaus ein Krankentagegeld-Tarif, der an die sechswöchige Lohnfortzahlung des Arbeitgebers anschließt, also Tagegeld ab dem 43. Krankheitstag absichert. Selbstständige sollten Krankentagegeld früher, zum Beispiel ab dem achten Tag, versichern.

Beamte benötigen einen speziellen Beihilfe-Tarif, bei dem die Leistungen des Dienstherrn bei Krankheit wie eine Selbstbeteiligung in der PKV wirken. Die Selbstbeteiligung macht den Beihilfe-Tarif sehr günstig. Das ist aber auch nötig, denn anders als Angestellte bekommen Beamte keinen zusätzlichen Arbeitgeberanteil zu ihrem PKV-Beitrag. Da die Beihilfe je nach Status (aktiver Beamter, Familienangehöriger, Pensionär) unterschiedlich ist und sich auch in den einzelnen Bundesländern unterscheiden kann, muss der PKV-Vertrag genau zur jeweiligen Beihilfe passen, damit zusammen ein vollständiger Versicherungsschutz entsteht.

Auch Studenten können sich unter bestimmten Voraussetzungen privat versichern, wenn kein Versicherungsschutz über die Eltern besteht. Hier gibt es die besonderen Tarife der Privaten Studentischen Krankenversicherung.

Schritt 2: Leistungen definieren

Jede Krankheitskosten-Vollversicherung enthält die Standardleistungen wie ambulante und stationäre Behandlung, Heil- und Hilfsmittel. Haben Sie Interesse an der Versicherung besonderer Leistungen wie Psychotherapie, Homöopathie und anderer alternativer Heilmethoden, vergleichen Sie Angebote gezielt in diesen Bereichen und stellen Sie fest, welches Leistungspaket Ihre persönlich beste PKV bieten sollte. Sind Sie bereit, eine Selbstbeteiligung pro Versicherungsjahr zu akzeptieren? Oft ist die Beitragsersparnis höher als der Betrag, den Sie maximal selbst zu zahlen haben. Wenn Sie vor dem Besuch eines Spezialisten stets Ihren Hausarzt aufsuchen, fragen Sie nach einem Angebot mit Primärarzt-Prinzip. Der Hausarzt übernimmt eine Lotsenfunktion, die Versicherer honorieren das mit erheblichen Nachlässen.

Schritt 3: Preise vergleichen

Während die gesetzlichen Krankenkassen einen Prozentsatz des Einkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze erheben, kalkuliert die private Versicherungswirtschaft nach dem individuellen Risiko. Das Eintrittsalter, also das Lebensalter bei Vertragsbeginn, und der aktuelle Gesundheitszustand sind die wesentlichen Kriterien für die Preisfindung in der PKV. Es gibt keine beitragsfreie Familienversicherung, auch Angehörige ohne eigenes Einkommen müssen Beiträge entsprechend ihres Risikos zahlen.

Im Internet gibt es viele Online-Rechner, die auch einen anonymen Preisvergleich erlauben. Aber nicht alle Vergleichsportale arbeiten mit allen Anbietern zusammen. Wer einen vollständigen Überblick über die beste PKV haben will, nutzt mehrere verschiedene Rechner oder fragt bei den Unternehmen direkt an.

Beamten-Anwärter müssen beim Preisvergleich besonders darauf achten, ob der angebotene Preis eine Alterungsrückstellung enthält. Dieser Tarifbestandteil ist grundsätzlich gesetzlich vorgeschrieben und sorgt dafür, dass die Privatversicherung nicht allein durch das Älterwerden teurer wird. Anwärter-Tarife, die nur für eine begrenzte Zeit abgeschlossen werden, können aber auch ohne Alterungsrückstellung kalkuliert sein. Der Wechsel in den Status als Beamter auf Lebenszeit ist dann mit einer spürbaren Preiserhöhung verbunden. Fraglich ist auch, ob die Weiterversicherung garantiert wird, wenn der Beamtenanwärter während der Probezeit schwer erkrankt. Die beste PKV für Beamten-Anwärter zeichnet sich nicht durch einen besonders niedrigen Einstiegspreis aus, sondern durch die Möglichkeit zum späteren Tarifwechsel ohne Beitragserhöhung und ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Schritt 4: Anbieter checken

Vielleicht haben Sie mehrere private Krankenversicherer in der engeren Wahl, die ein Leistungsangebot nach Wunsch präsentieren und sich preislich nur wenig unterscheiden. Bedenken Sie, dass nicht nur die Entscheidung für die PKV an sich, sondern auch die Wahl des Versicherers langfristig getroffen wird. Eine Rückkehr in das gesetzliche Sozialversicherungssystem ist nur unter engen Voraussetzungen erlaubt und ab einem Alter von 55 Jahren praktisch unmöglich. Die bei einem privaten Versicherer aufgebaute Alterungsrückstellung kann theoretisch auf einen neuen Anbieter übertragen werden, aber dieser kalkuliert mit dem neuen Eintrittsalter und prüft auch den Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des beabsichtigten Wechsels. Wer ernsthaft krank ist oder war, wird sich schwer tun, einen neuen Versicherer zu finden.

Die beste PKV ist deshalb nicht die mit dem billigsten aktuellen Preis. Suchen Sie nach sogenannten Ratings der Unternehmen, die Ihnen Anhaltspunkte über ihre finanzielle Stärke geben. Informieren Sie sich über Beitragsentwicklungen der Vergangenheit, und Sie werden erkennen, ob der angebotene Preis nur ein Lockvogel ist, dem bald Preissteigerungen folgen.

Abschließend noch ein Wort zu den Spam-Mails, die derzeit wieder die Briefkästen überfluten: Die dort angebotenen Privatversicherungen für 80, 70 oder 50 EUR im Monat gibt es nicht. Die Krankenversicherer haben bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Vermutlich stecken hinter den Mails Organisationen, die Mail-Adressen illegal sammeln und verkaufen.