Brille Krankenkasse

GKV-Leistungen für Brillen und Sehhilfen

Für gesetzlich Versicherte besteht die Möglichkeit, eine neue Brille von der Krankenkasse zumindest zu einem gewissen Anteil finanziert zu bekommen. Nicht jede Leistung wird dabei angerechnet, sodass der Versicherte in vielen Fällen einen Eigenanteil leisten muss. Selbst dann, wenn die Sehhilfe aus medizinischen Gründen unbedingt notwendig ist, werden oft nicht die vollen Kosten übernommen. Auch das Alter des Brillenträgers spielt eine entscheidende Rolle für die Höhe der Zuzahlung. Neben Brillen können außerdem auch Kontaktlinsen von der gesetzlichen Krankenkasse bezuschusst werden.

Das bezahlt die Krankenkasse für eine Brille

Für Kinder gelten besondere Regelungen. Hier zeigen sich die gesetzlichen Krankenkassen großzügig, um Familien zu entlasten und den Kindern eine Chance auf optimale Versorgung zu bieten. Für alle Kinder unter 14 Jahren werden deshalb die vollen Kosten für eine Brille durch die Krankenkasse getragen. Voraussetzung hierfür ist immer, dass die Brille aus medizinischer Sicht notwendig ist. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich das Sehvermögen ohne eine geeignete Brille voraussichtlich noch verschlechtern würde. Übernommen werden in dem Fall alle Leistungen inklusive Gläsern und Gestell.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Auch für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sind noch Zuzahlungen möglich. Wird die Brille vom Augenarzt per Rezept verschrieben, tragen die gesetzlichen Krankenkassen immerhin noch die Kosten für die Gläser. In diesem Zusammenhang können ebenfalls die Kosten für moderne Kunststoffgläser übernommen werden, weil diese zum Beispiel aus Sicherheitsgründen in Sportbrillen für den Schulunterricht verbaut werden und damit für Schüler notwendig sind. Das Gestell wird für Jugendliche nicht mehr übernommen und muss aus eigener Tasche bezahlt werden.

Bei Erwachsenen hingegen sind nur noch in bestimmten Ausnahmefällen Zuzahlungen möglich. So muss zum Beispiel eine Sehbehinderung der Stufe 1 oder höher nachweislich vorliegen, damit eine Brille durch die Krankenkasse mitfinanziert werden kann. Das bedeutet, dass das Sehvermögen auf mindestens 30 % reduziert sein muss, und zwar auf beiden Augen. Für alle anderen Versicherten bedeutet das, dass die Sehhilfe im Normalfall komplett selbst bezahlt werden muss. Die Regelungen gelten im Übrigen auch für Kontaktlinsen. Hier zahlt die gesetzliche Krankenkasse einen Zuschuss, der dem Wert vergleichbarer Brillengläser entspricht.

Die Sehhilfe selbst finanzieren

In manchen Fällen kann sich zum Beispiel eine Brillenversicherung rentieren, um die Kosten im Rahmen zu halten. Diese Versicherung springt ein, wenn die Brille beschädigt ist oder verloren wurde. Genauso greift sie bei Diebstahl. Unter Umständen kommt sie sogar dann für Ersatz auf, wenn sich die Sehstärke des Versicherten so stark ändert, dass eine neue Brille oder neue Kontaktlinsen unbedingt erforderlich sind. Generell lohnt sich die Versicherung eher für Menschen, die eine Brille mit sehr starken Gläsern tragen und daher tendenziell mehr für teure Spezialanfertigungen und moderne Materialien ausgeben. Bei geringer, stabil bleibender Sehschwäche hingegen liegen die Kosten in der Regel nicht hoch genug, als dass sich die regelmäßigen Beiträge zur Zusatzversicherung lohnen würden.