Familienkrankenversicherung

Krankenversicherung für Familien

Die Möglichkeit einer kostenfreien Familienkrankenversicherung ist einer der großen Vorteile, die eine gesetzliche Krankenkasse ihren Mitgliedern zu bieten hat. Das ist lohnenswert, wenn das Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse zusammen mit einem festen Partner lebt und Kinder hat. Denn die Familienkrankenversicherung gilt sowohl für Ehegatten als auch für eingetragene Lebenspartner sowie für leibliche Kinder, Stiefkinder und Pflegekinder. Auch ein Enkelkind kann kostenfrei Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sein, wenn es bei den Großeltern wohnt und diese es wirtschaftlich unterhalten.

Für die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen gibt es eine Reihe von Voraussetzungen. Sie sind in Paragraph 10 des Sozialgesetzbuchs V (SGB V) gesetzlich festgeschrieben. So müssen die Familienmitglieder ihren ständigen Wohnsitz oder aber den gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben. Sie dürfen darüber hinaus nicht selbst Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sein. Sind sie versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit, kommt die Familienversicherung ebenfalls nicht infrage. Es sei denn, sie üben eine geringfügige Beschäftigung aus, die versicherungsfrei ist. Angehörige, die über ihren Partner Mitglied in einer gesetzlichen Kasse werden wollen, dürfen nicht hauptberuflich selbstständig tätig, Beamter oder selbst privat versichert sein. Hauptberuflich selbstständig ist jemand, wenn er wöchentlich mehr als 18 Stunden für diese selbstständige Tätigkeit aufbringt. Ein Gesamteinkommen darf außerdem die Grenze von 405 Euro im Monat nicht überschreiten. Bei einer geringfügigen Beschäftigung liegt die Grenze bei 450 Euro im Monat.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Wenn ein Ehepartner oder eingetragener Lebensgefährte eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, ist die Mitversicherung nicht möglich. Dann ist es das beste, wenn er selbst Mitglied in der GKV bleibt oder es wird. Damit tritt die Familienkrankenversicherung immer hinter eine eigene gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung zurück. Verliert etwa ein Arbeitnehmer seinen Job, wird arbeitslos und erhält dann AlG I (Arbeitslosengeld), wird er selbst als Mitglied einer Kasse gesetzlich krankenversichert. Er kann über die Mitgliedschaft eines Partners oder Elternteils nicht mitversichert werden. War ein Ehegatte und Lebenspartner zu Beginn einer Mutterschutzfrist nicht in einer gesetzlichen Kasse versichert, ist eine Mitversicherung ebenfalls nicht möglich. Das gilt in der gleichen Weise gilt für die Schutzfrist nach einer Entbindung sowie für den Beginn einer Elternzeit.

Familienversicherte Kinder

Grundsätzlich sind eigene Kinder, Stiefkinder und Pflegekinder sowie Enkel bis zu ihrem 18. Geburtstag familienversichert. Eine weiterführende Versicherung ist über diese Grenze hinaus möglich. Dafür gelten jedoch bestimmte Bedingungen. So sind Kinder über ihr 18. Lebensjahr hinausreichend und bis zur Vollendung ihres 23. Lebensjahres familienversichert, wenn sie selbst keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Absolviert das Kind eine Schulausbildung oder befindet es sich in einer Berufsausbildung, endet die beitragsfreie Mitversicherung über ein Elternteil in dem Moment, in dem es sein 25. Lebensjahr vollendet. Oftmals wird die Schul- oder die Berufsausbildung unterbrochen oder verzögert, weil das Kind einen Wehr- oder Zivildienst leistet. In diesem Fall wird die Versicherung über das 25. Lebensjahr hinaus verlängert. Und zwar um den Zeitraum, den der Wehr- oder Zivildienst dauert. Das gleiche gilt, wenn die Ausbildung durch einen Freiwilligendienst unterbrochen wird. Infrage kommt hier der Bundesfreiwilligendienst (BFD), ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ oder ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ).

In manchen Fällen sind Kinder nicht in der Lage, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Das gilt zum Beispiel, wenn sie unter einer körperlichen, einer geistigen oder einer seelischen Behinderung leiden. Für diesen Fall bleibt die Familienversicherung ohne eine Altersbegrenzung bestehen. Dabei ist es allerdings wichtig, dass die entsprechende Behinderung bereits während der Zeit der Familienkrankenversicherung und vor dem Erreichen der maßgeblichen Altersgrenzen vorhanden war. Sie muss von nicht absehbarer Dauer sein. Doch nicht immer können Partner ihre Kinder kostenfrei in der Kasse mitversichern. Das ist zum Beispiel dann nicht möglich, wenn einer der Partner bei einem privaten Anbieter versichert ist und sein Einkommen über der so genannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt und höher ist als das Einkommen seines gesetzlich versicherten Partners. Haben sich die Partner für eine freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzliche Krankenkasse entschieden, obwohl ein Wechsel zu einem privaten Vollversicherer möglich gewesen wäre, ist eine kostenfreie Mitversicherung für die Kinder möglich. Ausgeschlossen ist das nur, wenn eines der Elternteile in der PKV privat versichert ist.

Mitglied der Kasse durch Familienkrankenversicherung werden

Die kostenlose Versicherung von Familienangehörigen muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Die meisten Kassen halten die Anträge auf ihrer Website bereit. beantragen. In den Antrag kommen Angaben darüber, wie der Betreffende bisher versichert war. Außerdem werden Auskünfte über das Einkommen, zu den Kindern und weitere wichtige Daten verlangt. Anzugeben ist der Ehe- oder Lebenspartner. Dabei bezieht sich der Begriff des Lebenspartners nur auf eingetragene gleichgeschlechtliche Partnerschaften und nicht auf eheähnliche Lebensgemeinschaften. Die kostenfreie Familienkrankenversicherung für Lebensgefährten in einer eheähnlichen Gemeinschaft ist vom Grundsatz her nicht möglich. Sind beide Elternteile erwerbstätig und damit auch versicherungspflichtig, können sie von sich aus bestimmen, bei wem das Kind oder die Kinder versichert sein sollen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kinder bei der Mutter oder dem gesetzlich versicherten Vater mitversichert werden. Keine Rolle spielt auch die Höhe des Einkommens. Unbedingt wichtig ist, dass eine Mitgliedschaft über ein Familienmitglied nicht gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Kassen möglich ist.