Freiwillig Gesetzlich Krankenversichert

Freiwillig in der GKV

Freiwillig gesetzlich krankenversichert kann jeder werden, dessen Pflichtversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse endet. Damit eine solche Mitgliedschaft möglich ist, müssen aber die vom Gesetzgeber vorgegebenen Voraussetzungen erfüllt sein. So gibt es ganz bestimmte Personengruppen, für die eine Versicherung überhaupt infrage kommt. Das sind zum Beispiel Freiberufler, Selbstständige und Beamte sowie Arbeitnehmer, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze des vorherigen Jahres liegt. Auch Mitglieder der Kasse, die aus einer Versicherungspflicht ausschieden, können freiwillig gesetzlich krankenversichert bleiben.

Dafür müssen sie jedoch in den fünf Jahren vor ihrem Ausscheiden ununterbrochen 24 Monate pflichtversichert einer Kasse angehört haben. Möglich ist eine Mitgliedschaft auch, wenn sie unmittelbar vor ihrem Ausscheiden mindestens 12 Monate ohne Unterbrechung pflichtversichert waren. Zum Personenkreis, dem eine Mitgliedschaft offen steht, gehören außerdem alle, deren Familienversicherung erlischt sowie Kinder ohne Mitversicherung. Kinder sind dann ohne eine Mitversicherung, wenn der Verdienst eines der Elternteile die Grenze zur Versicherungspflicht übersteigt und sie deshalb nicht Mitglied in einer Krankenkasse sind.

Erfüllen Studenten die Voraussetzungen für eine Krankenversicherung der Studenten (KVdS) nicht mehr oder sind sie Promotionsstudenten, ist auch für sie möglich, freiwillig gesetzlich krankenversichert zu werden. Das gleiche gilt für Schwerbehinderte. Endet bei Arbeitnehmern die Pflichtversicherung, weil sie eine Arbeit im Ausland aufgenommen haben, können sie nach ihrer Rückkehr ebenfalls freiwillig gesetzlich krankenversichert werden. Sie müssen dafür jedoch binnen zwei Monaten in Deutschland wieder eine Beschäftigung aufnehmen. Arbeitnehmer, die mit ihrem jährlichen Einkommen die Versicherungspflichtgrenze überschreiten, müssen übrigens im Hinblick auf ihre Mitgliedschaft in der bisher für sie zuständigen Kasse nichts unternehmen. Sie bleiben nämlich automatisch dort versichert. Für alle anderen gilt: Wollen sie weiter in ihrer alten Kasse freiwillig Mitglied bleiben, müssen sie das bei ihrer Kasse mit einer Frist von drei Monaten anzeigen. Erfolgt diese Meldung nicht, erlischt der Anspruch auf die Mitgliedschaft.

Der Beitrag für freiwillig gesetzlich Krankenversicherte

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Der Beitrag gesetzlicher Kassen richtet sich nach dem Einkommen des Versicherten. Auch für Freiberufler, Selbstständige und andere Personen, die nicht sozialversicherungspflichtig angestellt sind, gilt dieses Prinzip. Der Unterschied zu Arbeitnehmern: Bei diesen freiwillig Versicherten ist nicht nur der Arbeitslohn die Basis zur Berechnung der Beiträge. Auch andere Einkünfte, wie zum Beispiel Einnahmen aus Kapitalanlagen oder aus Vermietung und Verpachtung, werden hinzugezogen. Für die Beitragsberechnung bei freiwilligen Mitgliedern werden die tatsächlich erzielten Einnahmen zugrunde gelegt. Allerdings geben die Kassen dabei eine Untergrenze vor. Liegen die tatsächlichen Einnahmen freiwilliger Mitglieder unter dieser Grenze, wird diese Untergrenze als ein fiktives Mindesteinkommen zur Ermittlung des Krankenkassenbeitrags herangezogen.

Derzeit liegt das Mindesteinkommen für Mitglieder, die freiwillig in der GKV sind, bei 945 Euro. Ist also das tatsächliche Einkommen noch geringer, stuft die Kasse die Mitglieder so ein, als würden sie im Monat 945 Euro verdienen. Bei einem Beitragssatz von 14,6 Prozent, mit Anspruch auf Krankengeld, ergibt das einen monatlichen Beitrag von 137,97 Euro. Dieses Mindesteinkommen wird aber ausschließlich für Personen zugrunde gelegt, die kein Geld verdienen oder nur ein sehr geringes Einkommen haben. Unter anderem sind das Studenten, die nicht mehr Mitglied in der studentischen Krankenkasse sind, weil sie zum Beispiel die Bedingungen für eine Mitgliedschaft nicht mehr erfüllen.

Bei Freiberuflern und Selbstständigen nehmen die gesetzlichen Kassen an, dass sie mit ihrem Einkommen jeden Monat über der Beitragsbemessungsgrenze für die GKV liegen. Sie müssen als freiwillige Mitglieder deshalb mit hohen Beiträgen rechnen und dabei auch den Arbeitgeberanteil selbst zahlen. Allerdings legen die Kassen auch für ihre selbstständigen freiwilligen Mitglieder ein Mindesteinkommen fest. Es liegt bei 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße. Wer also mit seinem Verdienst weit unter der monatlichen Bemessungsgrenze für die Beiträge liegt, muss einen Antrag bei seiner Krankenkasse stellen. Dann kann der Beitrag nach unten angepasst werden. Wichtig sind Nachweise, die den reduzierten Beitrag rechtfertigen. Das Einkommen muss jedes Jahr aufs Neue geprüft werden. Liegen die Einkünfte dagegen über dem fiktiven Mindesteinkommen, müssen Beiträge auf das gesamte Einkommen gezahlt werden. Das gilt jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Auf alles, was über dieser Einkommensgrenze liegt, wird kein Beitrag berechnet.

Laut Gesetz dürfen die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag berechnen, wenn sie ihren Bedarf zur Finanzierung ihrer Ausgaben nicht durch die Mittel aus dem Gesundheitsfonds decken können. Diesen Zusatzbeitrag müssen alle Versicherten zahlen, die in der Kasse auch beitragspflichtig sind, Auch freiwillig gesetzliche Versicherte gehören zu diesem Personenkreis. Erhebt die betreffende gesetzliche Kasse einen Zusatzbeitrag, haben sie, wie alle anderen Mitglieder, ein Recht auf Sonderkündigung. Mit diesem Recht können sie die Mitgliedschaft in ihrer Krankenkasse außerordentlich kündigen. Sie dürfen dann in eine andere Krankenkasse aber auch zu einem privaten Anbieter wechseln. Eine solche außerordentliche Kündigung sollte aber spätestens bis zu dem Zeitpunkt erfolgen, zu dem der Zusatzbeitrag zum ersten Mal fällig wird. Die Frist zu Kündigung beträgt zwei Monate. Der Zusatzbeitrag muss in dieser Zeit nicht bezahlt werden.

Für wen sich die freiwillige Mitgliedschaft lohnt

Freiwillig Mitglied in einer Krankenkasse zu sein, lohnt sich für alle, die ein Familienmitglied kostenfrei mitversichern möchten oder aus finanziellen Gründen sogar müssen. Im Gegensatz zu einem Mitglied in der privaten Krankenversicherung muss jemand, der freiwillig gesetzlich krankenversichert ist, auch beim Arzt oder im Krankenhaus nicht in Vorkasse treten. Die Kasse übernimmt die Behandlungskosten. Wer Anspruch auf die Mitgliedschaft hat, muss darüber hinaus auch keine Gesundheitsprüfung absolvieren. Für Vorerkrankungen werden keine Risikozuschläge genommen. Das ergibt sich aus dem Solidaritätsprinzip. Es sieht nämlich die Bildung von Risikogruppen nicht vor und orientiert sich stattdessen orientiert daran, welchen Beitrag jedes einzelne Mitglied entsprechend seiner individuellen Leistungsfähigkeit aufbringen kann.