Freiwillige Krankenversicherung

Freiwillig krankenversichert

In Deutschland wird in die Versicherungspflicht und die freiwillige Krankenversicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse unterschieden. Angestellte und Arbeitnehmer sind ab einer jährlich neu festgelegten Einkommensgrenze, der Jahresarbeitsentgeltgrenze, von der Versicherungspflicht befreit und können bei Überschreiten der Grenze entweder in eine private Krankenversicherung wechseln, oder in einer gesetzlichen Kasse als freiwillig versichertes Mitglied verbleiben. Diese Versicherungspflichtgrenze liegt aktuell bei 54.900 Euro brutto Jahresgehalt (Stand: 2015). Weiterhin zählen, unabhängig von dieser Gehaltsgrenze, Selbständige, Beamte und nicht mehr familienversicherte Studenten zu den Personen, die in einer gesetzlichen Kasse freiwillig krankenversichert werden können.

Gleiches gilt für aus dem Ausland zurückkehrende Arbeitnehmer und Rentenbezieher mit steuerpflichtigen Einkünften. Für Ausländer, die in Deutschland als Selbständige arbeiten, ist eine freiwillige Krankenversicherung möglich, wenn sie vorher im Ausland ebenfalls bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert gewesen sind. Ansonsten haben sie nur die Möglichkeit, sich privat zu versichern.

Eine freiwillige Krankenversicherung beginnt mit dem Tag des Beitritts bzw. dem Tag auf das Ende der vorhergehenden Familienversicherung, Pflichtversicherung oder privaten Versicherung. Sie kann grundsätzlich nur gekündigt werden, wenn der Wechsel zu einer anderen Versicherung nachgewiesen wird.

Die Höhe der Beiträge

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Die Höhe für den Beitrag wird aus dem Einkommen des Kassenmitglieds ermittelt. Die Höchstgrenze liegt hierfür bei 4.125 Euro pro Monat. Es gibt zudem eine Mindesteinkommensgrenze. Liegt das tatsächliche Einkommen darunter, wird trotzdem die Mindesteinkommensgrenze für die Berechnung zugrunde gelegt. Bei Selbständigen liegt diese Grenze im Normalfall bei 2.835 Euro je Monat, Neugründer erhalten auf Antrag und unter Vorlage geeigneter Nachweise einen Mindestbeitrag auf ein monatliches Einkommen von 2.126,25 Euro bzw. 1.417,50 Euro bei Neugründern mit Gründungszuschuss berechnet. Mit der jährlichen Einkommensprüfung auf Basis der Steuererklärung erfolgt nachträglich eine Anpassung der Beiträge. Der Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent. Selbständige und Freiberufler können auf Krankengeldanspruch verzichten und zahlen hierfür den ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent. Zusätzlich wird bei den meisten Krankenkassen ein individueller Beitragszuschlag fällig.

Bei Arbeitnehmern wird der Beitragssatz gleichmäßig zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil aufgesplittet. Selbständige, Freiberufler und Studenten müssen für ihre Krankenkassenbeiträge komplett allein aufkommen. Studierende erhalten einen ermäßigten Beitragssatz von 10,85 Prozent, wenn sie das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Für freiwillig krankenversicherte Mitglieder wird ein fiktives Mindesteinkommen von 945 Euro monatlich zu Grunde gelegt, auch wenn die tatsächlichen Einkünfte darunter liegen. Wer als Nichtarbeitnehmer freiwillig versichert ist, zahlt im Gegensatz zu den Arbeitnehmern seine Beiträge in der Höhe abhängig von seinen vollständigen Einkünften. Neben dem Arbeitseinkommen sind dies Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung oder aus Kapitalvermögen.

Beitragsfreie Mitversicherung für Familienmitglieder

Ein großer Vorteil gegenüber der privaten Krankenversicherung ist bei den gesetzlichen Kassen die Möglichkeit der Familienversicherung. Darin können sich alle Familienmitglieder der gesetzlich versicherten Person, wie Ehepartner bzw. eingetragener Lebenspartner und die Kinder, beitragsfrei mit krankenversichern. Diese Möglichkeit steht auch den freiwilligen Mitgliedern offen. Hierfür darf keine der mitversicherten Personen Beamter, hauptberuflich selbständig oder bereits privat versichert sein. Gleichzeitig gilt eine Einkommensgrenze von 405 Euro bzw. 450 Euro bei einem Minijob für diese Personen.