Freiwillige Krankenversicherung Beitrag

Freiwillig in der GKV

In einigen Fällen wird für die Freiwillige Krankenversicherung der Beitrag auf andere Art und Weise festgelegt als sonst in der Gesetzlichen Krankenversicherung üblich. Grundsätzlich richtet sich der Beitrag, den ein in der gesetzlichen Krankenkasse versicherter Arbeitnehmer zahlen muss, nach der Höhe seines Einkommens. Das gilt sowohl für einen Arbeitnehmer, der dort pflichtversichert ist als auch für einen Arbeitnehmer, dessen Mitgliedschaft auf freiwilliger Basis beruht. Bei Freiberuflern, Selbstständigen und anderen Personen, die nicht sozialversicherungspflichtig angestellt sind, ist es jedoch nicht nur das Einkommen aus ihrer Arbeit, was zur Berechnung des Beitrages herangezogen wird. In die Beitragserhebung fließen auch so genannte andere Einkünfte ein.

Das können Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung sein oder Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Alle Einkommen werden zusammengerechnet. Gewertet werden sie jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Jede Euro, der darüber hinaus verdient oder eingenommen wird, spielt bei der Beitragserhebung dann keine Rolle mehr. Doch mit der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze gibt es für die Beitragsberechnung nicht nur eine Deckelung nach oben. Die gesetzliche Krankenkasse gibt für freiwillig Versicherte auf der anderen Seite auch eine bestimmte untere Grenze vor. Und selbst wenn das tatsächlich erzielte Einkommen des freiwillig Versicherten unter dieser festgelegten Untergrenze liegt, dient es als fiktiv angenommenes es Mindesteinkommen zur Berechnung des Beitrages zur Krankenkasse.

Was Selbstständige zahlen müssen

Private Krankenversicherung

Für die Berechnung der Beiträge als freiwillig Versicherte können Selbstständige und Freiberufler zwischen zwei Beitragssätzen wählen. Das ist zum einen der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung. Er richtet sich an alle, die bei einer Erkrankung ein Krankengeld ab der siebten Krankenwoche bekommen wollen. Derzeit liegt er bei 14,6 Prozent. Wer das Krankengeld dagegen nicht braucht oder es sich nicht leisten kann, der kann mit dem ermäßigten Beitragssatz von derzeit 14,0 Prozent seine monatlichen Kassenbeiträge etwas absenken. Da die Kassen aber auch für ihre freiwillig Versicherten Zusatzbeiträge erheben dürfen, kommt ein solcher zusätzlicher Beitragsbestandteil unter Umständen noch zum allgemeinen oder ermäßigten Beitragssatz dazu.

Selbstständige und Freiberufler müssen, wenn sie als freiwillige Mitglieder in einer gesetzlichen Krankenkasse krankenversichert sind, mit hohen Beiträgen rechnen. Denn bei ihnen geht der Gesetzgeber grundsätzlich davon aus, dass sie Monat für Monat mit ihren Einkünften über der allgemeinen Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung liegen. Im 2015 sind das monatlich immerhin 4.125 Euro. Das bedeutet, dass ein Selbstständiger für seine freiwillige Krankenversicherung einen Beitrag mit einem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent von 577,50 Euro im Monat zu zahlen hat. Nach allgemeinem Beitragssatz zahlt er monatlich sogar 602,25 Euro.

Mindestgrenzen für freiwillig Versicherte

Dabei haben viele, die selbstständig oder freiberuflich arbeiten, überhaupt kein festes Gehalt, dass eine gesetzliche Krankenkasse für eine Berechnung des Beitrags zugrunde legen könnte. Auch regelmäßige Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze sind für Selbstständige und Freiberufler eher die Ausnahme. Deshalb legt die gesetzliche Krankenkasse für ihre selbstständigen Mitglieder ein Mindesteinkommen fest. Es beträgt in der Regel 75 Prozent der monatlichen Bezugsgröße und liegt derzeit bei 2.126,25 Euro im Monat. Wer mit seinen Einkünften weit unter der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze liegt, sollte deshalb bei seiner gesetzlichen Krankenkasse einen Antrag stellen, dass der Beitrag angepasst wird. Dazu muss er Nachweise erbringen, mit denen er den reduzierten Beitrag rechtfertigen kann. In der Regel wird die gesetzliche Kasse den Beitrag nach einer Beratung dann auch entsprechend anpassen. Diese Prüfung des Einkommens muss jährlich stattfinden. Meist akzeptiert die Krankenkasse die aktuelle Steuererklärung. In der Regel ist dies die Erklärung aus dem vorletzten Jahr. Viele Kassen prüfen nach, ob das aktuelle Einkommen tatsächlich so niedrig ist, wie der Versicherte angegeben hat und arbeiten dabei auch mit den Finanzämtern zusammen.

Ist für die freiwillige Krankenversicherung der Beitrag noch immer zu hoch, gibt es als Ausweg noch ein weiteres Mindesteinkommen für so genannte sonstige freiwillig Versicherte. Es wird ausschließlich für Personen angenommen, die nichts oder nur sehr wenig verdienen. Das sind unter anderem Studenten, die nicht in der studentischen Krankenversicherung versichert sind, weil sie die Voraussetzungen nicht mehr erfüllen. Freiberufler und Selbstständige zählen nicht dazu. Dieser Mindestbeitrag für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse beträgt im Jahr 2015 monatlich 945 Euro. Es hilft allerdings nichts, wenn die tatsächlichen Einnahmen der sonstigen freiwillig Versicherten noch geringer sind. Die gesetzliche Kasse behandelt diese freiwilligen Mitglieder so, als würden sie das festgelegte Mindesteinkommen auch tatsächlich verdienen. Bei einem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent zahlt ein so eingestuftes freiwilliges Mitglied einen monatlichen Beitrag von 132,30 Euro. Weniger an Beitrag für ein freiwillig gesetzlich Versichertes Mitglied ist also nicht möglich.