Krankenkasse Beiträge

Verschiedene Beiträge der Krankenkassen

Alle gesetzlich Versicherten zahlen in der Krankenkasse Beiträge nach ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Das unterscheidet das gesetzliche vom privaten System der Krankenversicherung. Bei Arbeitnehmern richten sich die Beiträge für die Krankenkasse nach der Höhe des ihres Bruttomonatseinkommens. Genauer gesagt, richtet es sich nach dem beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelt. Denn der Lohn wird nur bis zur so genannten Beitragsbemessungsgrenze bei der Berechnung zugrunde gelegt.

Vom Lohn bis zur Beitragsbemessungsgrenze wird ein bestimmter Prozentsatz vom Arbeitgeber direkt an die Kasse des betreffenden Arbeitnehmers gezahlt. Die Hälfte des Beitrags trägt außerdem der Arbeitgeber.

Unterschiede bei der Beitragserhebung

Freiberufler oder Selbstständige, die freiwillige Mitglieder bei einer gesetzlichen Kasse sind, zahlen bei ihrer Krankenkasse die Beiträge nach dem gleichen Solidaritätsprinzip. Allerdings wird hier vom Grundsatz her die geltende Beitragsbemessungsgrenze herangezogen, wenn es um die Berechnung des Beitrags geht. Freiberufler und Selbstständige erhalten auch keinen Arbeitgeberanteil. Kann das Mitglied nachweisen, dass sein tatsächliches Einkommen unter der aktuellen Bemessungsgrenze liegt, errechnet die Kasse den Beitrag auf der Basis des tatsächlichen Einkommens. Allerdings bleibt eine gewisse Grenze bestehen, bis zu der eine Krankenkasse Beiträge berechnen darf. Bei der Erhebung des monatlich zu zahlenden Beitrags wird beim Mitglied außerdem nicht nur der erarbeitete Gewinn in die Rechnung einbezogen. Auch andere Einkünfte, wie zum Beispiel aus Kapitalanlage oder Vermietung und Verpachtung, werden berücksichtigt, wenn die Krankenkasse ihre Beiträge erhebt. Grenze ist aber auch hier die Beitragsbemessungsgrenze. Gesamteinkommens incl. Erträgen aus Kapitalanlagen etc. berechnet.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Bei Rentnern wird zwischen Pflichtversicherten und freiwillig Versicherten unterschieden. Rentner mit Pflichtversicherung zahlen ihre Beiträge zunächst einmal auf ihre Rente. Die Hälfte wird von der gesetzlichen Rentenkasse getragen. Für Zahlungen aus einer betrieblichen Altersvorsorge gilt für Pflichtversicherte der volle Beitragssatz. Er ist auch für Einmalauszahlungen aus Direktversicherungen fällig. Freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versicherte Rentner zahlen den vollen Beitragssatz auf alle ihre Einkünfte. Für die Beiträge auf ihre gesetzliche Rente gibt die Rentenkasse allerdings den halben Teil des allgemeinen Beitragssatzes hinzu.

Kassen erheben auch Zusatzbeitrag

Seit Beginn des Jahres 2009 bekommen alle gesetzlichen Krankenkassen nach einheitlichen Regeln finanzielle Mittel aus dem Gesundheitsfonds. Wenn eine Krankenkasse mit dem Geld nicht auskommt, ist es ihr gesetzlich gestattet, einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern zu verlangen. Beschließt die betreffende Kasse die Einführung oder sogar eine Erhöhung des bereits verlangten Zusatzbeitrags, muss sie ihre Mitglieder schriftlich darüber informieren. Per Gesetz ist sie verpflichtet, in dem Schreiben jedes einzelne Mitglied auf den durchschnittlichen Zusatzbeitrag und das Sonderkündigungsrecht hinzuweisen. Außerdem muss sie auf eine Übersicht des Spitzenverbands der Krankenkassen hinweisen, die über die Höhe der Zusatzbeiträge einzelner Kassen informiert. Die gesetzlichen Kassen legen in ihrer Satzung die Höhe des von ihnen erhobenen Zusatzbeitragssatzes individuell und unabhängig fest. Der Gesetzgeber hat keine Obergrenze für die Höhe der Zusatzbeiträge vorgesehen. Ein Zusatzbeitrag gilt als fester Teil der Krankenkassenbeitrags. Damit ist er zur gleichen Zeit wie der Beitrag zur Krankenkasse fällig.

Jedes Kassenmitglied, das einen eigenen Beitrag zahlt, muss auch den Zusatzbeitrag zahlen, wenn seine Krankenkasse einen solchen Zusatzbeitrag verlangt. Familienmitglieder, die über die Familienkrankenversicherung beitragsfrei versichert sind, wie etwa Partner oder Kinder, zahlen dagegen keinen Zusatzbeitrag. Bei Arbeitnehmern wird der Zusatzbeitrag direkt vom Gehalt abgezogen. An dem Zusatzbeitrag beteiligt sich der Arbeitgeber nicht. Empfänger von AlG I und AlG II zahlen nicht selbst den Zusatzbeitrag. Bei ihnen wird nicht nur der allgemeine Beitrag für die Krankenkasse, sondern auch der Zusatzbeitragsatz vom Jobcenter gezahlt. Auch wer Sozialhilfe oder Grundsicherung bezieht, muss den Zusatzbeitrag nicht selber zahlen. Hier übernehmen Grundsicherungs- oder Sozialamt die Bezahlung.

Nicht verpflichtet, den Zusatzbeitrag zu zahlen, sind darüber hinaus Menschen mit Behinderungen sowie Menschen aus Einrichtungen der Lebenshilfe. Hier übernimmt der Träger oder die Einrichtung die Geldleistung. Bezieht ein Auszubildender weniger als 325 Euro im Monat, zahlt der Arbeitgeber nicht nur den Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 Prozent allein. Er übernimmt auch den Zusatzbeitrag in Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragsatzes. Auch bei gesetzlich Krankenversicherten, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr, ein Freiwilliges Soziales Jahr, einen Europäischen Freiwilligendienst oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten, kommt der Arbeitgeber für den Beitrag plus Zusatzbeitrag auf. Studenten zahlen den Zusatzbeitrag, wenn sie nicht in der Familienkrankenversicherung sind. Ausgenommen von der Pflicht zur Zahlung sind darüber hinaus Versicherte, mit Anspruch auf Mutterschafts- oder Elterngeld.

Kündigen bei Zusatzbeitrag

Kündigt die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag an, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht. Es gilt bis zu dem Termin, zu dem der Zusatzbeitrag zum ersten Mal gezahlt werden muss. Kommt ein Wechsel zu einer neuen Krankenkasse nicht zustande, dann bleibt das alte Versicherungsverhältnis erhalten. Deswegen bleiben gesetzlich Versicherte auch niemals ohne den Versicherungsschutz einer Krankenkasse.

Ist ein Versicherter durch den Abschluss eines Wahltarifs an seine gesetzliche Kasse gebunden ist, hat er trotzdem ein Sonderkündigungsrecht. Läuft eine Kündigung auf Basis des Sonderkündigungsrechts muss der zusätzliche Beitrag gezahlt werden. Wird die Kündigung wirksam, ist ein Wechsel in die günstigere Kasse möglich.