Krankenkassen

Krankenkassen sichern gesundheitliche Versorgung

Als Träger der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind Krankenkassen sowohl finanziell als auch organisatorisch selbständig. Dennoch unterliegen sie der staatlichen Aufsicht. Sie arbeiten jedoch nicht gewinnorientiert. Das unterscheidet sie von den privaten Krankenversicherern. Um ihre Aufgaben bei der Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, schließen die gesetzlichen Krankenkassen Verträge mit den Leistungserbringern.

Das sind unter anderem Ärzte, Krankenhäuser und Pharmafirmen. Von ihren Mitgliedern und von den Arbeitgebern ziehen sie Beiträge ein. Noch vor Jahren waren der Beitragssatz paritätisch zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber aufgeteilt. Jeder zahlte die Hälfte. Heute ist der Satz für Arbeitgeber bei 7,3 Prozent festgeschrieben. Steigt der Beitrag, müssen das die Arbeitnehmer bezahlen. Wie die für jedes einzelne Mitglied erbrachten Leistungen im Falle einer Krankheit oder bei der Vorsorge übernommen werden, das wird ebenfalls von den Krankenkassen organisiert. Deshalb muss kein Mitglied bei einem Leistungserbinger in Vorkasse treten.

Gesetzliche Kassen sind Solidargemeinschaften

Welchen Beitrag ein Pflichtmitglied oder freiwillige Mitglieder einer gesetzlichen Kasse im Monat zu zahlen haben, hängt nicht von der Zahl der über sie, etwa im Rahmen einer Familienversicherung, Versicherten ab. Auch das Alter des Mitglieds spielt bei der Bemessung des Beitrags keine Rolle. Risikozuschläge wegen einer Krankheit oder bestimmter Risikofaktoren kennt die GKV nicht. Der monatliche Beitrag für eine gesetzliche Krankenkasse wird ausschließlich durch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Mitglieds bestimmt. Hohes Einkommen bedeuten dabei auch hohe Beiträge, ein niedriges Einkommen zieht niedrige Beiträge nach sich. Für alle gleich sind dagegen die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer über besonders wenig Einkommen verfügt, wird sogar ganz oder teilweise von Zuzahlungen befreit. Außerdem darf eine gesetzliche Kasse niemandem, der ein Anrecht auf Mitgliedschaft hat, die Mitgliedschaft verweigern.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Ist jemand mit dem Service seiner Kasse unzufrieden, kann er ohne Probleme als Pflichtversicherter wechseln. Dafür genügt ein formloses Schreiben, auch eine Begründung ist nicht nötig. Eine Kündigung ist jederzeit zum Monatsende mit einer Frist von acht Wochen möglich. Allerdings sollten Mitglieder, die wechseln wollen, schnell die Anmeldung bei der neuen Kasse ihrer Wahl vornehmen. Außerdem brauchen Wechselwillige eine Bestätigung von der alten Kasse. Dann erst darf die gewählte neue Krankenkasse für den Arbeitgeber eine Mitgliedsbestätigung ausgeben. In jedem Fall muss das Mitglied der neuen Krankenkasse 18 Monate treu bleiben. Steigt der Beitragssatz der Kasse oder wird am Leistungsspektrum gekürzt, den kann das Mitglied jedoch erneut kündigen. Es gilt jedoch auch hier wieder eine Frist von zwei Monaten.

Die Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse

Jeder Versicherte erhält in der GKV die gleichen Leistungen. Damit ist die medizinische Grundversorgung auf jeden Fall gesichert. Dazu zählen Leistungen zur Vermeidung und zur Linderung einer Krankheit genau so wie Leistungen bei Schwangerschaft. Wie hoch der Umfang der entsprechenden Leistungen ist, dafür gibt es allerdings keine Garantie. Den Leistungsumfang der gesetzlichen Kassen kann der Gesetzgeber jederzeit ändern oder neu festlegen. Gesetzliche Krankenkassen dürfen sich in ihrer jeweiligen Satzung zusätzlich zu weiteren Leistungen für ihre Mitglieder verpflichten. Die Palette ist dabei sehr vielfältig und reicht von Angeboten alternativer Medizin über Impfschutz bei Reisen bis hin zu Gesundheitskursen oder Sportangeboten im Urlaub. In diesem Bereich nimmt der Wettbewerb immer mehr zu. Deshalb lohnt sich vor allem hier ein gründlicher Vergleich.

In der Regel muss das Mitglied bei verordneten Therapien zuzahlen. Ein eigener Anteil wird auch bei Medikamenten fällig. Dienen Arzneimittel der Behandlung von so genannten geringfügigen Störungen, zahlen gesetzliche Kassen nicht mehr. Das gilt zum Beispiel für Nasenspray, Abführmittel oder Hustensaft aber auch für Produkte, die dem Lifstyle zugerechnet werden, wie Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminpräparate. Auch bei Leistungen wie Krankengymnastik, Massagen und bei Hilfsmitteln, wie Einlagen oder Bandagen, muss das Mitglied einen Teil der finanziellen Aufwendungen selbst übernehmen. Es gibt jedoch eine Überforderungsklausel. Sie gewährleistet, dass Mitglieder mit geringem Einkommen von Zuzahlungen befreit werden. Auch chronisch Kranken, deren Zuzahlungen wegen derselben Krankheit über ein Prozent des Bruttoeinkommens im Jahr steigen, können von der Zuzahlung befreit werden.

Kassen zahlen Pauschalen

Für die gesetzlich Versicherten zahlen die gesetzlichen Krankenkassen eine Pauschale für die Behandlung durch den Arzt. Die geht aber nicht an den behandelnden Arzt, sondern an die jeweils in der Region zuständige Kassenärztliche Vereinigung (KV). In diesem Beitrag enthalten sind auch Aufwendungen für Familienangehörige, die zwar mitversichert sind, aber keinen Beitrag zahlen. Damit deckt die Pauschale die ambulante Versorgung einer gesamten Familie für ein ganzes Jahr ab. Unerheblich ist es dabei, ob die betreffende Familie klein oder groß ist, ob sie sehr oft zum Arzt geht oder eher selten. Das Problem ist dabei, dass eine Pauschale für das ganze Jahr reichen und alle Leistungen abdecken muss, die medizinisch notwendig für die Patienten ist. Sind mehr Leistungen nötig, zieht das nicht automatisch eine höhere Bezahlung für die ärztlichen Leistungen nach sich. Deshalb tragen in vielen Fällen die Ärzte das Krankheitsrisiko der Mitglieder in der gesetzlichen Krankenkasse.

Der Arzt entscheidet über die Verschreibung der Medikamente. Dafür stellt er ein Kassenrezept aus. Das Arzneimittel muss von der Kasse als medizinisch notwendig, wirtschaftlich und zweckmäßig anerkannt und darf nicht durch Bestimmungen des Gesetzgebers grundsätzlich von einer Verschreibung ausgeschlossen sein. Jeder Versicherte hat Anspruch auf eine Versorgung mit Medikamenten. Diese müssen jedoch in Deutschland zugelassen sein. Außerdem gilt die Apothekenpflicht, freiverkäufliche Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel, die zum Beispiel in aus Drogeriemärkten angeboten werden, dürfen nicht von der Kasse gezahlt werden. Befindet sich der Patient zur Behandlung in einem Krankenhaus, gibt es die Medikamente im Rahmen dieser Behandlung. Es werden dafür keine Rezepte ausgestellt.