Krankenkassenbeitrag Berechnen

Was beim Beitrag zur Kasse zählt

Wer prüfen will, ob er bei der Wahl seiner gesetzlichen Kasse auch finanziell den richtigen Griff gemacht hat, muss vor der Entscheidung den Krankenkassenbeitrag berechnen. Wie hoch der finanzielle Aufwand im Monat ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist das der Beitragssatz. Darüber hinaus zählt auch, ob die betreffende Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt und wie hoch dieser ist. Bei der Frage, wie der Krankenkassenbeitrag zu berechnen ist, spielt auch die Art der Mitgliedschaft eine Rolle.

So zählen bei gesetzlich Pflichtversicherten andere Einkommen als bei freiwilligen Mitgliedern.

Der Beitragssatz in der GKV

Um den Krankenkassenbeitrag zu berechnen, ist zunächst der Beitragssatz wichtig. Dabei handelt es sich um den Prozentsatz, den die Krankenkasse berücksichtigt, um die Beiträge als Anteil vom Bruttolohn zu ermitteln. Dabei gilt der allgemeine Beitragssatz im Grundsatz für alle, die bei einer Krankheit Anspruch auf die Fortzahlung ihres Lohnes für einen Zeitraum mindestens sechs Wochen haben. Das trifft für ziemlich alle Arbeitnehmer und Auszubildende zu. Für Mitglieder, bei denen kein Anspruch auf Krankengeld besteht, gilt ein ermäßigter Beitragssatz. Er wird für die Beitragsberechnung bei Selbstständigen, die auf Krankengeld verzichten, herangezogen. Der ermäßigte Beitragssatz gilt auch für Hausfrauen, Arbeitslose, freiwillig versicherte Rentner und Studenten.

Private Krankenversicherung

Durch das GKV-Weiterentwicklungsgesetz beträgt der allgemeine Beitragssatz seit dem 1. Januar 2015 einheitlich 14,6 Prozent. Diesen Beitrag teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber genau zu Hälfte. Jeder zahlt deshalb 7,3 Prozent. Das Besondere an diesem Beitragssatz ist jedoch, dass er nicht nur jederzeit steigen kann. Seine paritätische, sprich genau hälftige, Teilung wurde aufgehoben und der Satz von 7,3 Prozent für den Arbeitgeber festgeschrieben. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber in Zukunft keinen höheren Beitrag mehr für seinen Arbeitnehmer zahlen muss. Das gilt unabhängig davon, wie hoch der Beitragssatz in der Zukunft noch steigen wird.

Krankenkassen verlangen Zusatzbeiträge

Das neue System, das zugrunde liegt, um den Krankenkassenbeitrag zu berechnen, wird ganz deutlich beim Zusatzbeitrag. Seit Anfang 2009 bekommen die gesetzlichen Kassen Geld aus dem Gesundheitsfonds. Diese Zuweisung erfolgt nach einheitlichen Regeln. Kommt eine Kasse allerdings nicht mit diesem Geld aus, darf sie nach dem Willen des Gesetzgebers von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag einziehen. Diesen Zusatzbeitrag tragen Arbeitnehmer ganz allein. Der Arbeitgeber hat dadurch keine finanzielle Mehraufwendung. Er zahlt also auch weiter 7,3 Prozent, berechnet auf den Lohn des Arbeitnehmers. Unabhängig davon, ob dessen Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erhebt oder nicht.

Wie hoch ein eventueller Zusatzbeitrag ausfällt, das legen die gesetzlichen Kassen in ihrer Satzung fest. Eine feste Obergrenze für dessen Höhe sieht das Gesetz nicht vor. Der zusätzliche Beitrag ist ein fester Teil des Kassenbeitrags. Deshalb wird er auch zur gleichen Zeit eingezogen. Arbeitnehmer bekommen ihn direkt vom Lohn abgezogen. Sie müssen ihn also einplanen, wenn sie ihren Krankenkassenbeitrag berechnen. Ihre Familienangehörigen zahlen keinen zusätzlichen Beitrag, wenn sie beitragsfrei über die Familienkrankenversicherung versichert sind. Für Arbeitslose wird neben dem allgemeinen Beitrag für die Kasse auch der Zusatzbeitragsatz von der Arbeitsagentur gezahlt. Bei Empfängern von Sozialhilfe oder Grundsicherung übernehmen Sozialamt oder Grundsicherungsamt diesen Beitragsanteil.

Eine Bemessungsgrenze deckelt den Beitrag

Die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse werden immer nur allerdings bis zu einer bestimmten Grenze erhoben. Das ist die so genannte Beitragsbemessungsgrenze. Sie ist zwar eine Berechnungsgröße in der Sozialversicherung, ist aber nicht unveränderlich. Jedes Jahr wird sie vom Gesetzgeber neu festgelegt. Bestimmt wird ihre Höhe von der Entwicklung der Löhne im Vorjahr. Sind sie im Durchschnitt gestiegen, steigt die Beitragsbemessungsgrenze ebenfalls. Sind sie gesunken, gilt das auch für die Beitragsbemessungsgrenze.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist wichtig, um die Krankenkassenbeiträge zu berechnen. Für die monatlichen Beiträge aller Mitglieder ist sie der Deckel. Das gilt übrigens sowohl für Pflichtversicherte als auch für freiwillig Versicherte. Jeder Euro Einkommen, der über der jährlichen Beitragsbemessungsgrenze liegt, fällt beim Beitrag unter den Tisch. Die Bemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung führt dennoch dazu, dass Mitglieder, die viel verdienen, einen höheren Beitrag zahlen. Wer wenig Lohn oder Einkommen hat, für den ist auch der Beitrag niedriger. Das ist das Solidarprinzip in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Beitragspflichtige Einkommen

Bleibt die Frage, welche Einkommen zählen, um die Krankenkassenbeiträge zu berechnen. Pflichtversicherte, in der Regel sind das Arbeitnehmer, zahlen Beiträge auf der Basis ihres monatlichen Bruttoeinkommens. Bei freiwilligen Mitglieder zählen bei der Berechnung des Beitrags dagegen alle Einkommen. Freiberufler oder Selbstständige die freiwillige Mitglieder bei der Kasse sind, müssen deshalb neben ihrem Einkommen auch andere Einkünfte, etwa aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalanlagen, bei ihrer Kasse angeben. Diese fließen dann in den Beitrag mit ein und zwar in der Summe wiederum bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze.

Bei Rentnern unterscheidet die GKV zwischen Pflichtversicherten und freiwillig versicherten Mitgliedern. Pflichtversicherte Rentner bekommen den Beitrag zunächst nur auf ihre gesetzliche Rente berechnet. Hier trägt die gesetzliche Krankenkasse die Hälfte des Beitrags, ohne Zusatzbeitrag. Bezieht der Rentner Leistungen aus eine betrieblichen Altersversorgung, muss er den vollen Beitrag dafür allein tragen. Für Einmalzahlungen aus einer Direktversicherung gilt das ebenso. Rentner, die freiwillige Mitglieder in einer Kasse sind, zahlen einen vollen Beitrag auf die Summe aller ihrer Einkünfte bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Für ihre gesetzliche Rente und den darauf basierenden Beitrag zahlt die gesetzliche Rentenversicherung die Hälfte vom allgemeinen Beitragssatzes dazu.