Krankenkassentarife

Tarife in der GKV

Die verschiedenen Krankenkassentarife ermöglichen den Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) in bestimmten Grenzen den Versicherungsbeitrag und die Leistungen der jeweiligen Kasse zu beeinflussen. Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent ist gesetzlich vorgeschrieben. Er gilt bei allen gesetzlichen Kassen und für alle Arbeitnehmer mit Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Der Arbeitgeber beteiligt sich mit 7,3 Prozent, also der Hälfte der Kosten. Für Versicherte ohne Anspruch auf Krankengeld, wie freiwillig versicherte Rentner, Selbständige oder Studenten, gilt der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 Prozent.

Unterschiede bei den Kosten der gesetzlichen Krankenkassen gibt es lediglich bei dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst festlegt und der sich in jedem Jahr ändern kann. Durchschnittlich beträgt dieser Zusatzbeitrag 1 Prozent vom Brutto-Gehalt.

Individualisierung der Versicherung durch Zusatzleistungen

Über 90 Prozent der versicherten Leistungen sind für alle gesetzlichen Krankenkassentarife identisch. Dies betrifft die sogenannten medizinisch notwendigen Leistungen. Unterschiede gibt es bei Vorsorgeleistungen, der Anwendung alternativer Medizin sowie bei den Leistungen für Schwangere. Wer eine bestimmte Leistung von seiner Kasse nicht anerkannt bekommt, für den lohnt sich eventuell der Vergleich und anschließende Wechsel zu einer anderen gesetzlichen Krankenversicherung.

Private Zusatzleistungen

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Eine neue Brille, Zahn-Zusatzschutz oder Chefarztbehandlung sind in den Leistungen einer GKV in der Regel nicht vorgesehen. Hier helfen private Zusatzversicherungen. Die meisten großen gesetzlichen Krankenkassen bieten in Kooperation mit privaten Partnern ambulante und stationäre Zusatzpakete als Ergänzung für die gesetzlichen Krankenkassentarife an.

Rückzahlungen durch Bonusprogramme

Die Krankenkassen haben jeweils eigene Bonusprogramme entwickelt, um sich von den Konkurrenzunternehmen abzugrenzen. Durch die Teilnahme an Präventivmaßnahmen oder Vorsorgeuntersuchungen werden den Versicherten Punkte gutgeschrieben, die in Prämien eingelöst oder in Form einer Erstattung von Beitragsanteilen ausgezahlt werden können. Es gibt Bonusprogramme für Babys, in denen die Teilnahme eines Elternteils an einem Babykurs sowie die regelmäßige Nutzung aller Früherkennungsuntersuchungen belohnt werden. Bei Bonustarifen für Kinder können durch regelmäßige Impfungen und sportliche Aktivitäten Punkte gesammelt werden. Gleiches gilt für Erwachsene, die sich zusätzlich mit Vorsorgeuntersuchungen und dem Nachweis eines gesunden Körpergewichtes Punkte im Programm sichern können.

In der Regel gibt es für die meisten Bonusprogramme ein Bonusheft, in dem die Nachweise für die genutzten Angebote gesammelt werden. Nach der fristgerechten Abgabe dieses Bonusheftes bei der Krankenkasse wird der Bonus ausgezahlt bzw. die Prämie verschickt. Durch die Erstattungsbeträge sind Boni von jährlich 200 Euro durchaus realistisch.

Bitte beachten Sie: Das Bürgerentlastungsgesetz hat bewirkt, dass seit 2010 die Krankenkassenbeiträge als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden können. Dies hat zur Folge, dass alle Rückzahlungen aus einem Bonusprogramm der Krankenkasse steuerpflichtig sind, weil diese aus Sicht des Finanzamts die abzugsfähigen Kassenbeiträge mindern. Eine Möglichkeit dies zu umgehen ist, den Bonus der Krankenkasse sofort mit der Gebühr eines in Anspruch genommenen Gesundheitskurses zu verrechnen, falls die Krankenkasse diese Möglichkeit anbietet.

Variante Selbstbehalttarif

Beim Selbstbehalttarif zahlen die Krankenkassen Geld zurück, wenn Leistungen nicht in Anspruch genommen werden. Diese Krankenkassentarife eignen sich für alle, die sehr selten zum Arzt gehen und nicht an einer chronischen Krankheit leiden. Je nach Alter und allgemeinem Gesundheitszustand ist die Teilnahme an einem solchen Bonussystem gut abzuwägen. Da diese Tarife meist eine Selbstbeteiligung vorsehen, kann es bei der unerwartet nötig gewordenen Inanspruchnahme von Leistungen anstatt zu einem Spareffekt sogar zu höheren Kosten als beim allgemeinen Tarif kommen.