Krankenversicherung Arbeitnehmer

So sind Arbeitnehmer gesichert

Die Krankenversicherung für Arbeitnehmer ist in Deutschland per Gesetz geregelt. Dabei gilt, dass niemand ohne eine Krankenversicherung sein darf. Jeder Arbeitnehmer, dessen Lohn oder Gehalt unter der sogenannten Versicherungspflichtgrenze liegt, ist automatisch in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert. Die für die Mitgliedschaft wichtige Versicherungspflichtgrenze ist allerdings keine statische Größe. Sie ist lediglich eine Rechengröße im Rahmen der Sozialversicherung, die sich dynamisch im Verhältnis zu den durchschnittlichen Bruttoarbeitslöhnen entwickelt.

Steigen die Bruttolöhne, dann steigt auch die Pflichtgrenze. Sinken sie im Gegenzug, dann sinkt die Versicherungspflichtgrenze ebenfalls.

Nicht verwechselt werden darf die Versicherungspflichtgrenze mit der in der GKV geltenden Beitragsbemessungsgrenze. Diese Größe in der Sozialversicherung bestimmt, bis zu welcher Höhe des Gehalts ein Arbeitnehmer Beiträge an seine Krankenkasse zahlen muss. Dabei ist die Beitragsbemessungsgrenze das Limit nach oben. Jeder Euro Einkommen, der darüber liegt, wird nicht mehr beim Beitrag für die Krankenversicherung für Arbeitnehmer mitgerechnet. Auch diese Grenze ändert sich von einem Jahr zum anderen. Außerdem dürfen die gesetzlichen Kassen zusätzlich zum allgemeinen Beitragssatz noch einen Zusatzbeitrag verlangen. Viele Kassen tun das, andere wiederum verzichten darauf. Die Höhe des Zusatzbeitrags in Prozent darf von der Kasse individuell und nach wirtschaftlichem Bedarf festgelegt werden. Übrigens können Studenten bis zum 25. Lebensjahr in der gesetzlichen Krankenversicherung für Arbeitnehmer beitragsfrei familienversichert werden, wenn ein Elternteil dort Mitglied ist. Über dieses Alter hinaus müssen sie sich in einer Kasse selbst versichern. Bei allen Krankenkassen ist der Beitrag für Studenten einheitlich.

Freiwillig krankenversichert

Private Krankenversicherung

Überschreitet ein Arbeitnehmer die Versicherungspflichtgrenze, bekommt er von seiner Krankenkasse Post. Darin teilt die gesetzliche Kasse mit, dass der betreffende Arbeitnehmer jetzt versicherungsfrei wird. Damit hat er die Möglichkeit, in eine private Krankenversicherung einzutreten. Entscheiden sich Arbeitnehmer nicht für diese Variante oder lassen sie die Frist einfach nur ungenutzt verstreichen, werden sie bei ihrer gesetzlichen Kasse freiwillig versichert. Sie können dann immer noch kündigen, müssen dafür aber die übliche Frist einhalten. Eine Kündigung ist zum Ende des übernächsten Monats möglich. Für freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse sind die Beiträge genau wie für Pflichtversicherte einheitlich. Derzeit beträgt der Beitragssatz 14,6 Prozent. Dazu kommen auch für freiwillig Versicherte noch die Zusatzbeiträge, die von der jeweiligen Kasse nach deren wirtschaftlicher Lage erhoben werden können aber nicht erhoben werden müssen. Ist ein freiwilliges Mitglied mit den Zusatzbeiträgen seiner Kasse nicht einverstanden, ist ein Wechsel zu einem anderen Anbieter möglich.

Auch für freiwillig Versicherte richtet sich der Beitrag für die Krankenkasse nach der Höhe seines Einkommens. Allerdings unterscheidet sich die Berechnung für Freiwillige grundsätzlich von der Art und Weise, wie sie für Pflichtversicherte gilt. Denn für Mitglieder, die wegen der Pflichtmitgliedschaft in einer gesetzlichen Kasse sind, zählt nur der Arbeitslohn als Basis für den Beitrag. Auch bei freiwilligen Mitgliedern, die sozialversicherungspflichtig arbeiten, gilt das. Für Personen dagegen, die selbstständig sind, zählen neben dem Einkommen aus der Arbeit aber auch so genannte andere Einkünfte. Das können Einnahmen Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung und anderes sein.

Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung

Der größte Vorteil der GKV ist die beitragsfreie Familienversicherung. Ehepartner und Kinder können unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos mitversichert werden. Ein anderer Vorteil besteht darin, dass Krankenkassen einem Arbeitnehmer, der ein Recht auf Mitgliedschaft hat, nicht ablehnen dürfen. Auch Gesundheitsprüfungen sind nicht erlaubt. Ist ein Arbeitnehmer mit seiner gesetzlichen Krankenkasse nicht zufrieden, darf er den Anbieter wechseln. Mitglieder, die länger als sechs Wochen krank sind, müssen für den Zeitraum, in dem sie Krankengeld von ihrer Kasse bekommen, keine Beiträge zu zahlen. Außerdem übernimmt die gesetzliche Kasse die Abrechnung der Kosten mit allen Leistungserbringern. Allerdings erfahren gesetzlich Versicherte, ganz gleich, ob pflichtversichert oder freiwilliges Mitglied, nicht, wie teuer ihre Gesundheit für die Solidargemeinschaft ist.

Der Wechsel in die private Versicherung

Arbeitnehmer dürfen nicht so ohne weiteres aus der gesetzlichen Krankenversicherung in eine private Krankenkasse wechseln. Sie dürfen zwar grundsätzlich auch Mitglied in die PKV werden, sie müssen dafür aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Der entscheidende Faktor dabei ist das jährliche Einkommen, das der Arbeitnehmer erzielt. Es muss über der Versicherungspflichtgrenze des betreffenden Jahres liegen. Eine Sonderegel gibt es allerdings für Berufsanfänger. Wird von einem Berufseinsteiger ein Angestelltenverhältnis aufgenommen, und liegt künftig das Gehalt auf lange Sicht über der Versicherungspflichtgrenze, darf ein Arbeitnehmer sich auch sofort in einer privaten Kasse versichern.

Ein Wechsel aus dem System der gesetzlichen Krankenkassen in die private Krankenversicherung kann für einen Arbeitnehmer durchaus Vorteile haben. Während sich bei den gesetzlichen Kassen die Beiträge nach dem Einkommen richten, werden sie bei den privaten Anbietern für jeden Versicherten individuell kalkuliert. Dabei spielen persönliche Faktoren wie Alter und der Gesundheitszustand eine wichtige Rolle. Vor allem junge und gesunde Arbeitnehmer erhalten günstige Policen mit bezahlbaren Preisen. Sie haben als Gutverdiener damit für bezahlbare PKV Beiträge einen guten und hochwertigen Schutz für ihre Gesundheit. In der gesetzlichen Kasse müssten sie dagegen Höchstbeiträge für Basisleistungen bezahlen.