Krankenversicherung Schüler

So sind Schüler krankenversichert

Eine ganz spezielle Krankenversicherung für Schüler gibt es in dieser Form eigentlich nicht. Denn die Art und Weise, wie Kinder und damit auch Schüler, krankenversichert sind, hängt davon ab, wie ihre Eltern versichert sind. Da sich Eltern als Arbeitnehmer, Angestellter, Beamter oder Selbstständiger gesetzlich oder privat versichern können, gibt es bei der Krankenversicherung für Schüle folglich auch die Möglichkeit, über eine gesetzliche Kasse oder einen privaten Versicherer bei Krankheit geschützt zu sein.

Gesetzliche Krankenkasse und Schüler

Am einfachsten ist es, wenn beide Eltern in einer gesetzlichen Kasse sind. Dann ist ein Schüler automatisch über eine kostenlose Familienversicherung abgesichert. Zwar könnten Eltern ein Kind auch in diesem Fall privat versichern, etwa weil sie sich eine hochwertige Versorgung im Krankheitsfall wünschen. Viele private Krankenversicherer bieten einen entsprechenden Schutz für Kinder bereits ab der Geburt an, auch dann, wenn beide Eltern nicht dort versichert sind. Allerdings gibt es dann auch die übliche Gesundheitsprüfung.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Ist ein Elternteil privat krankenversichert und ein Elternteil Mitglied in einer gesetzlichen Kasse, kann ein Schüler sowohl privat als auch gesetzlich versichert werden. Das Gesetz bestimmt allerdings, dass ein Kind bei dem Elternteil versichert werden muss, der das höhere Einkommen hat. Deshalb ist eine Krankenversicherung für Schüler in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht in jedem Fall kostenlos über die Eltern möglich. Ausgeschlossen ist sie, wenn ein Elternteil in einer privaten Krankenversicherung abgesichert ist und sein gesamtes Einkommen im Monat mehr beträgt als ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Es muss außerdem regelmäßig über dem Einkommen seines in der gesetzlichen Kasse versicherten Ehepartners liegen. Hat sich der betreffende Partner dafür entschieden, freiwilliges Mitglied einer Kasse zu sein, obwohl er die Möglichkeit gehabt hätte, in die PKV zu wechseln, gilt das jedoch nicht. Dann kann der Schüler kostenfrei gesetzlich familienversichert werden. Der Ausschluss gilt also nur dann, wenn ein Elternteil, Mann oder Frau, privat versichert ist. Außerdem müssen die Eltern verheiratet sein. Beginnt ein Schüler nach der Schule eine Berufsausbildung, dann muss er sich selbst in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Denn mit dem Berufsstart endet auch die Familienversicherung über die Eltern.

Private Krankenversicherung und Schüler

Ist die Krankenversicherung für Schüler in der gesetzlichen Kasse nicht möglich, tritt eine private Versicherung ein. Das geht ohne Gesundheitsprüfung und zu erleichterten Bedingungen aber nur ab der Geburt. Außerdem muss ein Elternteil zu diesem Zeitpunkt bei dem entsprechenden Unternehmen schon mindestens drei Monate privat krankenversichert sein, bei dem es das Kind versichern will. Soll ein Schüler in die private Krankenversicherung, dann gibt es auch für ihn spezielle Modelle und Tarife auch wenn eine Mitgliedschaft unter erleichterten Bedingungen nicht mehr möglich ist. Außerdem müssen Eltern den Beitrag der privaten Krankenversicherung für Schüler nicht allein tragen. Der Arbeitgeber des Elternteils, das privat versichert ist, zahlt den so genannten Arbeitgeberzuschuss. Das ist ein steuerfreier Zuschuss zu den Kosten einer privaten Versicherung. Außerdem sind Beiträge zur Krankenversicherung steuerlich absetzbar.

So sind Studenten krankenversichert

Schreibt sich ein junger Mensch an einer staatlichen oder einer staatlich anerkannten Hochschule zum Studium ein, wird er als Student versicherungspflichtig. Das gilt allerdings nicht bei einem berufsbegleitenden Studiengang. Auch Studenten in einem dualen Studiengang bilden eine Ausnahme. Sie sind wie Auszubildende versichert. Von der Versicherungspflicht ausgenommen sind auch Studenten, die an einer privaten Hochschule studieren, die nicht staatlich anerkannt ist, einen Sprachkurs zu Studienvorbereitung besuchen, Promotionsstudenten oder Gasthörer sind. Die Pflicht zur Versicherung gilt übrigens auch dann, wenn der Student ein Urlaubssemester absolviert.

Bis zu ihrem 25. Geburtstag sind Studenten über die Eltern gesetzlich krankenversichert. Voraussetzung: Die Eltern sind Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse. Dann zahlen Studenten selbst auch keine Beiträge für die Krankenkasse. Die Möglichkeit, sich über ein Elternteil beitragsfrei über die Familienversicherung abzusichern, wird über das 25. Lebensjahr hinaus verlängert. Und zwar unter anderem um die Zeit eines Wehr- oder Wehrersatzdienstes, eines Freiwilligendienstes, ganz gleich ob Bundesfreiwilligendienst oder Jugendfreiwilligendienst, sowie durch einen Einsatz als Entwicklungshelfer.

Studenten, die nicht gesetzlich sondern privat versichert sind, können sich von der Pflicht zur Versicherung befreien lassen. Das ist besonders interessant für Kinder von Beamten, deren Eltern Anspruch auf Beihilfe haben. Allerdings sollte gerade sie die Vor- und Nachteile genau abwägen. Denn die Beihilfe für Kinder von Beamten ist an die Kindergeldberechtigung ihrer Eltern gebunden. Das bedeutet: Stuieren sie im Alter von 25 Jahren noch immer, gibt es zu den Krankheitskosten keinen Zuschuss mehr von staatlicher Seite. Ohne die Beihilfe müssen sich studierende Beamtenkinder dann privat versichern und zwar in vollem Umfang. Damit sind unter Umständen höhere Beiträge als in der studentischen Pflichtversicherung einer gesetzlichen Kasse zu zahlen.

Studenten können sich darüber hinaus nur in den ersten drei Monaten nach ihrer Einschreibung an einer Hochschule von der Versicherungspflicht befreien lassen. Das gilt auch für die ersten drei Monate nach dem Ende einer kostenfreien Familienversicherung. Eine solche Befreiung ist unwiderruflich. Sie gilt dann für die Zeit des gesamten Studiums. Wer während des Studiums die ganze Zeit bei einer privaten Krankenkasse versichert war, kann nach dem Abschluss auch nicht so einfach wieder in eine gesetzliche Kasse zurückkehren. Schwierig wird das etwa, wenn geplant ist, sich nach dem Studium selbstständig zu machen.