Krankenversicherung Steuerlich Absetzbar

So hilft der Fiskus

Beiträge zur Krankenversicherung sind steuerlich absetzbar. Das gilt für alle Steuerzahler bereits seit dem 1. Januar 2010. Damals trat das Bürgerentlastungsgesetz durch die Zustimmung im Bundestag in Kraft. Dieses Gesetz setzte die Forderungen des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2008 um Es forderte eine gesetzliche Regelung ein, bestimmte Aufwendungen für die Vorsorge, zu denen auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören, steuerlich besser zu berücksichtigen.

Die gesetzlichen Regeln zur steuerlichen Berücksichtigung von Beiträgen zur Krankenversicherung gelten seitdem sowohl für Mitglieder in allen gesetzlichen Krankenkassen als auch für privat Versicherte.

Auch bis zum Ende des Jahres 2009 waren Beiträge zur Krankenversicherung steuerlich absetzbar. Das galt aber nur eingeschränkt in Form von Sonderausgaben. Mit dem Bürgerentlastungsgesetz werden seit dem Jahr 2010 nun sämtliche Aufwendungen steuerlich anerkannt. Und zwar immer dann, wenn sie Leistungen absichern, die dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse entsprechen. Das wird Basiskrankenversicherung genannt. Wie der Beitrag ermittelt wird, der steuerlich relevant ist, wird in der Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung (KVBEVO) geregelt. Das klingt nicht nur kompliziert, sonder es ist auch Steuerzahler, die keine Experten sind, schwierig zu durchschauen. Für den Laien wichtig ist aber eigentlich nur die Tatsache, dass das Steuerrecht Beiträge in Höhe der Basiskrankenversicherung als Vorsorgeaufwendungen akzeptiert. Dieser Beitrag darf allerdings nicht mit dem Basistarif der privaten Krankenversicherung verwechselt werden.

Der Basisbeitrag für die Krankenversicherung

Private Krankenversicherung

Nach den steuerlichen Erleichterungen für die Beiträge zur Krankenversicherung werden Mitglieder der gesetzlichen Kassen und privat Krankenversicherte, deren Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner sowie familienversicherte Kinder weitestgehend gleich behandelt. Als Sonderausgaben sind in der Steuererklärung mindestens die Basisbeiträge zur Krankenversicherung steuerlich absetzbar. Wer privat versichert ist, bekommt von seinem Krankenversicherer eine Bescheinigung. Darin ist die Höhe des Basisbeitrags, der in der Steuererklärung angegeben werden kann, aufgelistet. Im Verhältnis werden Mitglieder der gesetzlichen Kasse steuerlich besser entlastet als privat Versicherte. Denn sie dürfen alle Beiträge zur Krankenkasse in der Steuererklärung geltend machen. Privatversicherte können nur einen Teil davon anrechnen. So gehören etwa Ausgaben für die Behandlung durch den Chefarzt oder das Privileg eines Ein-Bett-Zimmers im Krankenhaus nicht zu den Ausgaben, die für Privatpatienten abzugsfähig sind.

Die steuerlichen Regelungen machen darüber hinaus die Beitragsrückerstattungen der privaten Versicherer nicht mehr so attraktiv. An die Versicherten werden sie immer im Folgejahr ausgezahlt. Dann mindern sie aber auch die abzugsfähigen Sonderausgaben für die Prämien zur privaten Krankenversicherung. Deshalb können diese Beitragsrückerstattungen in einzelnen Fällen für Versicherte sogar von Nachteil sein. Damit ist es in vielen Fällen auch nicht mehr günstiger, Arztrechnungen selbst zu zahlen, um möglichst hohe Rückerstattung zu bekommen. Wie in ihrem Fall die Krankenversicherung steuerlich absetzbar bleibt, darüber müssen sich privat Krankenversicherte am besten von einem Steuerberater aufklären und die beste Variante ausrechnen lassen.

Diese Beiträge zählen bei der Steuer

Steuerlich berücksichtigt werden alle finanziellen Aufwendungen des Steuerzahlers zur Basiskrankenversicherung. Dazu zählen auf der einen Seite die Beiträge, die der Versicherte selbst zu zahlen hat und auf der anderen Seite die für den Ehegatten oder Lebenspartner und für die Kinder. Unter bestimmten Umständen können darüber hinaus auch die Beiträge des Steuerpflichtigen für die Krankenversicherung eines getrennt lebenden Ehegatten oder eines Ex-Partners nach einer Scheidung in der Steuerklärung berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang hat das Bürgerentlastungsgesetz den für Unterhaltsleistungen zu berücksichtigenden Höchstbetrag angehoben.

Auch Beiträge des Steuerzahlers zu einer Basiskrankenversicherung für einen Unterhaltsberechtigten dürfen steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen zum Beispiel Zahlungen für Kinder, die bedürftig aber nicht mehr kindergeldberechtigt sind oder für den unverheirateten Elternteil des gemeinsamen Kindes. Auch ein von der gesetzlichen Kasse erhobener Zusatzbeitrag kann bei der Steuererklärung angegeben werden. Nicht gewertet werden dagegen Beiträge, die ein Niveau absichern, das über der Basiskrankenversicherung liegt. Das gilt sowohl für die gesetzliche Krankenkasse als auch für die private Krankenversicherung. Deshalb sind auch Prämien für Wahltarife in der Gesetzlichen Kasse und Beiträge für Zusatztarife von privaten Anbietern nicht steuerlich absetzbar.

Höchstgrenzen für sonstige Vorsorgeaufwendungen

Mit der besseren Absetzbarkeit von Beiträgen zur Krankenversicherung ist der steuerliche Abzug sonstiger Vorsorgeaufwendungen begrenzt worden. Deshalb können Steuerpflichtige, die über dem Durchschnitt verdienen, zwar ihre Beiträge zur Basiskrankenversicherung steuerlich geltend machen. Dafür werden ihre finanziellen Aufwendungen für eine Haftpflicht-, Unfall- oder Arbeitslosenversicherung nicht mehr anerkannt. Sie zählen nur dann in der Steuererklärung, wenn die für die Vorsorgeaufwendungen geltenden Höchstbeträge nicht bereits durch die Krankenversicherung und die Pflegekassenbeiträge ausgeschöpft sind. Diese Höchstbeträge liegen bei 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beihilfeberechtigte. Für Steuerzahler, die Beiträge für ihre Krankenversicherung allein zahlen, liegen sie bei 2.800 Euro. Werden Ehepartner gemeinsam veranlagt, gilt ein doppelter Betrag. Steigen die tatsächlichen Beiträge für die Basiskrankenversicherung über diese Höchstbeträge, dürfen sie in der Steuererklärung trotzdem voll angegeben werden. Sonstige Vorsorgeaufwendungen zählen dann aber nicht mehr.