Krankenvollversicherung

Das bietet die Krankenvollversicherung

Die private Krankenvollversicherung ist ein wichtiges Standbein der großen Versicherungsgesellschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Ursprünglich entwickelt wurde die private Krankenversicherung für Selbstständige und Beamte. Heute bietet sie über diesen Personenkreis hinaus auch anderen Berechtigten, die eine private Krankenvollversicherung abschließen dürfen, einen umfangreichen und umfassenden Krankenversicherungsschutz. Neben den Beamten und den selbstständig Tätigen können sich auch Studenten und Freiberufler bei einem privaten Anbieter versichern lassen. Versicherte bei einer privaten Krankenvollversicherung können darüber hinaus auch Arbeitnehmer werden, wenn ihr Jahresverdienst die geltende Pflichtversicherungsgrenze übersteigt.

Wer in die private Krankenvollversicherung wechselt, muss einen Anbieter finden, der ihn versichert, einen guten Tarif nach seinen individuellen Wünschen wählen, die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten, die Police abschließen und vor dem endgültigen Wechsel eine Kündigungsbestätigung seiner gesetzlichen Krankenkasse vorlegen können.

Wer bei einem privaten Anbieter krankenversichert ist, bekommt deutlich höhere Leistungen. Weil auch Ärzte und Krankenhäuser für die Behandlung privat Versicherter höhere Vergütungen erhalten, ist der Status eines privat Versicherten sehr hoch. Dennoch lohnt es sich nicht für jeden, in eine private Vollversicherung zu wechseln. Lediglich für Beamte ist eine solche Entscheidung sehr einfach. Denn hier trägt der Dienstherr mit seiner Beihilfe einen Anteil an den Kosten für die Gesundheit. Das gilt auch für die Kinder und für einen nicht erwerbstätigen Ehepartner eines Beamten. Selbstständige und Angestellte sollten dagegen sicher sein, dass sie die Beiträge der Privaten auf Dauer zahlen können. Ist das der Fall, ist ein privater Anbieter mit seinem umfangreichen Leistungsangebot durchaus eine gute Alternative zur gesetzlichen Kasse.

Familien müssen gut überlegen

Private Krankenversicherung

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem System der gesetzlichen Krankenkasse und der privaten Krankenvollversicherung besteht darin, dass der Schutz einer privaten Krankenpolice nicht automatisch für die Familie des Versicherten gilt. Denn eine kostenfreie Familienversicherung für Ehepartner, Lebenspartner oder Kinder, wie es sie bei der gesetzlichen Kasse gibt, bieten die privaten Krankenversicherer nicht an. Wer eine Familie hat oder plant und in die private Vollversicherung wechseln will, muss deshalb die Beiträge, die er für seine Angehörigen mit zahlen muss, in seine Überlegung einbeziehen.

In den allermeisten Fällen müssen die Kinder in einer privaten Versicherung versichert werden, wenn nur einer der Partner Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse ist. Für jedes Kind ist dann beim privaten Anbieter ein eigener Beitrag fällig. Wer privat krankenversichert ist und in die Elternzeit geht, muss außerdem seine Prämien weiterzahlen. Darüber hinaus fällt in der Elternzeit der Zuschuss des Arbeitgebers weg. Es gibt zwar einige wenige Tarife bei den privaten Anbietern, die in diesem Fall auch eine Beitragsbefreiung anbieten. Meistens gelten die jedoch nur für insgesamt sechs Monate der Elternzeit. Generell ist eine private Krankenversicherung also für Familien mit vielen Kindern nur eingeschränkt zu empfehlen.

Die Beiträge beeinflussen

Ein weiteres Problem der privaten Krankenversicherung ist die Gefahr steigender Kosten. Vor allem im Alter können hohe Prämien zu einer großen Herausforderung werden. Dabei gibt es durchaus Wege, hohe Beiträge durch eine gezielte Gestaltung von Tarifen abzusenken. Eine der besten Möglichkeiten, bei der Prämie zu sparen, ist der interne Wechsel in einen anderen Tarif des ansonsten gleichen Krankenversicherers. Dadurch bleiben nicht nur die Altersrückstellungen erhalten. Es ist in den meisten Fällen auch möglich, deutlich weniger zu zahlen und dabei nur wenig schlechtere oder sogar die gleichen Leistungen zu erhalten. Je länger ein Versicherter in seinem Tarif ist, desto höher sind seine Chancen, ein besseres Tarifangebot zu finden. Jeder Privatversicherte hat das Recht auf einen solchen Wechsel. Wer dabei alles richtig machen und kein Risiko eingehen will, der kann auch die Hilfe eines Beraters oder einer spezialisierten Agentur in Anspruch nehmen.

Auch der Wechsel in den Standardtarif spart Prämie. Diese Möglichkeit kommt aber nur infrage, wenn man bereits vor 2009 in die private Versicherung eingetreten ist. Versicherten, die über 65 Jahre alt sind, steht er immer offen. Liegt das Einkommen des privat Versicherten unter der geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), kann ein Mitglied bereits ab dem 55. Lebensjahr in den Standardtarif. Der ist übrigens deutlich preiswerter als der Basistarif. Dafür hält der Basistarif bessere Leistungen als der Standardtarif bereit. Ein Wechsel zum Basistarif lohnt sich, wenn der Beitrag für die Krankenvollversicherung sehr hoch ist. Ist man darüber hinaus hilfebedürftig, wird sogar die Hälfte der Prämie erlassen.

Versicherte können in der privaten Vollversicherung den Umfang der Leistungen nach ihren eigenen Wünschen gestalten. Dafür gibt es das so genannte Baukastenprinzip. Mit Modul-Tarifen ist zum Beispiel eine reine Basisversicherung möglich, die einen eher geringen Umfang bei den Leistungen hat. Infrage kommen auch Premium-Pakete mit höherwertigen Leistungen. Soll im Alter an den Beiträgen gespart werden, lohnt es sich, diese hohen Leistungen abzuwählen und zu den einfacheren Modulen zurückzukehren.

Vor der Entscheidung prüfen

Vor der Entscheidung für einen bestimmten Krankenversicherer sollten Sie die verschiedenen Leistungen und Konditionen der einzelnen Anbieter für eine Krankenvollversicherung vergleichen. Ein unabhängiger und kostenloser Vergleich ist heute schnell und ohne großen Aufwand im Internet möglich. Dabei können Sie sich einen Überblick über die Bedingungen und über den Leistungsumfang verschiedener Krankenversicherer und ihrer Tarife verschaffen. Da private Krankenversicherer sehr unterschiedliche Tarife bieten, lohnt sich ein grundsätzlicher Vergleich, sowohl der Bedingungen als auch der Leistungen und der Preise. Prüfen Sie auch unter Berücksichtigung von Selbstbehalten. Denn diese senken zwar die Prämien, können das Budget aber im Krankheitsfall belasten.