Midijob Krankenversicherung

Volle Leistungen im Midijob

Wer als geringfügig Beschäftigter mehr als 450 Euro im Monat verdient, für den ist in diesem Midijob eine Krankenversicherung zwingend notwendig. Ein Midijob fängt da an, wo der monatliche Verdienst eines Minijobs überschritten wird. Arbeitsrechtlich gesehen zählen Midijobs als Beschäftigungen in einer Gleitzone. Um als Midijob zu gelten, muss das monatliche regelmäßige Einkommen mindestens 450,01 Euro betragen. Es darf aber auf der anderen Seite die Summe von 850 Euro nicht überschreiten.

Innerhalb dieser Verdienstspanne spielt der Midijob mit Krankenversicherung seinen Vorteil gegenüber dem Minjob voll aus. Denn wer krank wird, bekommt die Nachteile eines 450-Euro-Jobs schnell zu spüren. Es gibt im Minijob keinen Schutz über die gesetzliche Krankenversicherung. Zwar haben Minijobber im Falle einer Krankheit Anspruch auf eine sechswöchige Lohnfortzahlung durch ihren Arbeitgeber. Hier unterscheidet sie nichts von allen anderen Arbeitnehmern. Doch um medizinische Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung zu erhalten, müssen sie mehr verdienen als 450 Euro. Dieser Schutz setzt ein, sobald sie von ihrem Arbeitgeber eine Lohnerhöhung bekommen, zum Beispiel auf 451 Euro im Monat. Dann gibt es im Midijob eine Krankenversicherung.

Beiträge und Leistungen in der Gleitzone

Der Arbeitgeber muss beim Midijob für seine Angestellten wie üblich die fälligen Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Von einem regulären Beschäftigungsverhältnis unterscheidet sich hier für den Arbeitgeber beim Midijob nichts. Der Arbeitnehmer dagegen profitiert von reduzierten Beiträgen für seine Krankenversicherung. Denn im Midijob mit Krankenversicherung sind diese Beiträge für ihn gestaffelt. Sie steigen mit dem Verdienst, sind also umso höher, je näher der Arbeitnehmer an den maximale Verdienstgrenze in der Gleitzone rückt. Wer genau 850 Euro pro Monat verdient, muss den Höchstsatz zahlen. Für ihn wird ab diesem Verdienst für die gesetzliche Krankenversicherung der ganz normale Beitragssatz, der bis zur Beitragsbemessungsgrenze für alle Mitglieder in der GKV gilt, fällig. Den niedrigsten Beitrag zahlt der Arbeitnehmer dagegen am untersten Ende der Verdienstskala bei einem monatlichen Verdienst von 450,01 Euro.

GKV: Krankenkassen im Vergleich

Trotz der geringeren Belastung durch Beiträge zur GKV ist ein Arbeitnehmer in einem Midijob im Falle einer Krankheit vollständig abgesichert. Er bekommt alle Leistungen, die einem gesetzlich Krankenversicherten zustehen. Denn die Leistungen in der GKV bestimmen sich nicht nach der Höhe der Beiträge, die ein Mitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen hat. Die gesetzliche Krankenversicherung ist nämlich eine Solidargemeinschaft. Das bedeutet, Mitglieder, die wirtschaftlich stärker sind, kommen mit ihren Beiträgen zum Teil auch für wirtschaftlich schwächere Kassenmitglieder auf. Deshalb kann ein Arbeitnehmer in der Gleitzone alle ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen, er kann bei einer schweren Krankheit in ein Krankenhaus und bekommt die Arzneimittel, die für ihn notwendig sind. Auch Anspruch auf Krankengeld hat ein Midijobber. Seine Höhe hängt vom Verdienst ab. Endet die Lohnfortzahlung durch den Arbeitergeber, gibt es von der Krankenkasse das Krankengeld in Höhe von maximal 70 Prozent des Bruttolohns der letzten 4 Wochen vor der Krankheit oder 90 Prozent vom Netto, das innerhalb der gleichen Zeit verdient wurde.

Besonderheiten der Krankenversicherung im Midijob

Steht bei einem Studenten mit einem Midijob das Studium im Mittelpunkt, muss er nur Abgaben an die Rentenkasse zahlen. Beiträge an eine gesetzliche Krankenversicherung sind nicht nötig. Wer privat krankenversichert ist, für den entfallen im Midijob ebenfalls die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse. Bewegt sich die gesamte Summe des Verdienstes in der Gleitzone zwischen 400,01 und 800 Euro, können mehrere Jobs nebeneinander ausgeübt werden. Besteht allerdings bereits ein Arbeitsverhältnis mit Sozialversicherungspflicht und mehr als 850 Euro Verdienst, ist eine Nebentätigkeit in Form eines Midijobs nicht mehr möglich. In diesem Fall wird der Verdienst aus allen Tätigkeiten zusammengerechnet und als Berechnungsgrundlage für die Beiträge zur GKV gewertet. Einkommen aus der Arbeit in der Gleitzone zählen wie Überstunden im Hauptjob. Als einziges sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis können Selbständige den Midijob zu ihrem Vorteil nutzen. Denn die Regeln eines Jobs in der Gleitzone sind besonders für Freiberufler und Selbständige eine Empfehlung, sich mit wenig Aufwand über eine gesetzliche Krankenkasse abzusichern.