Pkv Beamtenanwärter

Beamtenanwärter müssen Restkosten sichern

Obwohl sie zu ihren Dienstbezügen vom Dienstherren Beihilfe bekommen, ist die PKV auch für Beamtenanwärter sinnvoll. Die Beihilfe gehört als fester Bestandteil zur Vergütung eines jeden jungen Anwärters auf den Beamtenstatus. Basis für diese Regelung ist das Treuverhältnis, das zwischen Dienstherren und Beamten bestehen und gefördert werden soll. Der Dienstherr übernimmt mit der von ihm gezahlten Beihilfe seinen Anteil an den Kosten einer Erkrankung, die den Beamten während und außerhalb seiner Dienstzeit treffen könnte. Bei einem jungen Beamten auf Widerruf, der noch nicht verheiratet ist und keine eigenen Kinder hat, beträgt diese Beihilfe 50 Prozent an allen anfallenden Kosten der Gesundheitsversorgung.

Pflicht zur eigenen Absicherung

Junge Anwärter auf den Status eines Beamten haben sich in den vergangenen Jahren durch diese Beihilfe ausgesprochen sicher gefühlt. Weil damit die Hälfte der Krankheitskosten ohnehin abgedeckt war und sie sich in der Regel jung und gesund fühlten, haben sie oft auf eine zusätzliche Absicherung, wie etwa eine PKV für Beamtenanwärter, verzichtet. Seit dem Jahr 2009 ist ein solches Vorgehen jedoch nicht mehr möglich. Seit dem Jahr besteht auch für junge Menschen und für Absolventen von Hoch- und Fachschulen, die in den Vorbereitungsdienst für Beamte eintreten, gesetzlich eine Pflicht, sich für die verbleibenden Restkosten von 50 Prozent zu versichern. Diese allgemeine Pflicht zu Krankenversicherung ist verbindlich und muss nachgewiesen werden. Beamtenanwärter müssen eine Bescheinigung darüber ablegen, dass sie eine so genannte Restkostenversicherung abgeschlossen haben. Das muss spätestens dann passieren, wenn sie das erste Mal zu ihrer Beihilfestelle gehen und dort einen Gesuch auf Übernahme von Krankheitskosten einreichen.

Private Krankenversicherung

Das System der Krankenversicherung, in dem sich Beamtenanwärter absichern können, ist ihnen nicht fest vorgeschrieben. Grundsätzlich haben Anwärter auf Beamtenstatus und Referendare ein Wahlrecht, sich in der GKV als Mitglieder anzumelden oder die PKV für Beamtenanwärter zu nutzen. Sie müssen nur darauf achten, dass sie für ihre Zwecke einen Tarif wählen, der genau auf die Vorleistungen der vom Dienstherren gewährten Beihilfe passt. In der GKV gibt es nur die so genannten Vollkostentarife. Diese Tarife übernehmen alle Aufwendungen, die medizinisch notwendig sind, ausschließlich als Sachleistungen. Schließt der Beamte auf Probe einen solchen gesetzlichen Tarif ab, dann zahlt die Stelle für die Beihilfe ihre Leistungen nur noch in absoluten Ausnahmefällen. Denn alle Kosten der Krankheit sind ja vom GKV Volltarif abgedeckt. Ein anderes Problem für den Beamtenanwärter ist, dass er, wenn er auf Antrag in der GKV freiwillig versichert ist, die Beitragsanteile sowohl für den Arbeitgeber als auch für sich selbst als Arbeitnehmer tragen muss. Das macht die gesundheitliche Absicherung in der gesetzlichen Kasse teuer und ist ein echter Nachteil gegenüber den PKV für Beamtenanwärter.

Private sind preiswerter

Mit einer privaten Krankenversicherung ist der Schutz für Beamte auf Probe wesentlich billiger zu haben. Die Restkostenversicherung, so heißt auch die PKV für Beamtenanwärter, deckt passgenau den Teil der Ausgaben ab, der von der Beihilfe nicht übernommen wird. Wie preiswert die Tarife in der PKV sind, hängt von persönlichen Umständen, wie dem Eintrittsalter und den gesundheitlichen Voraussetzungen sowie den Vorerkrankungen des Kunden ab. Für junge und sehr gesunde Beamtenanwärter gibt es bereits Tarife mit monatlichen Prämien, die weit unter 100 Euro liegen. Der Beitrag pro Monat ist auch deshalb günstig, weil bei den Beamten auf Probe im gewählten Tarif noch keine Rückstellungen für das Alter aufgebaut werden müssen. Bevor ein Beamter auf Widerruf endgültig in ein unwiderrufliches Beamtenverhältnis wechselt, kann nämlich einiges passieren. Einige Beamtenanwärter entwickeln im Laufe dieses Vorbereitungsdienstes oder während eines Referendariats alternative Berufswünsche und scheiden vor der Übernahme aus. Wer aus unterschiedlichen Gründen später kein Beamter auf Lebenszeit wird, der hat mit der Restkostenpolice der PKV für Beamtenanwärter wenigstens kein Geld vergeudet.

Den besten Tarif auswählen

Jeder Beamte auf Probe möchte natürlich den für sich besten Tarif in der PKV auswählen. Doch bei den Restkostenversicherungen ist es wie bei jeder Police in der Krankenversicherung. Was für den einzelnen Kunden das beste und günstigste Angebot ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Dafür gibt es in der PKV zu viele unterschiedliche Leistungspakete. Grob einteilen lassen sie sich in Basistarife, die nur das wirklich notwendige abdecken und in Komforttarife, die ein breites Spektrum an Leistungen für den Kunden bieten. Außerdem gibt es Tarife mit unterschiedlich hohen Selbstbeteiligungen und solche, bei denen der Kunde jeden Euro seiner Aufwendungen ersetzt bekommt. Auch für diverse Extraleistungen existieren zahlreiche Tarife.

Die meisten Beamtenanwärter und Referendare möchten bei den Kosten für ihre PKV sparen. Die Prämien für preiswerte Tarife senken sie noch einmal mit der Wahl von Selbstbeteiligungen. Bei solchen Tarifen sollte der Kunde allerdings genau hinschauen. So gibt es in der PKV Versicherer, bei denen ein Kunde in jedem Jahr als Selbstbehalt eine vereinbarte Höhe übernimmt. Er muss bis zu diesem Grenzbetrag sämtliche Aufwendungen aus der eigenen Tasche zahlen. Für normale Krankheiten, wie ein Schnupfen oder eine Magenverstimmung, mag das keine schlechte Wahl sein. Trotz bereits bei größeren Krankheiten, wie etwa einen Knochenbruch, kann eine Selbstbeteiligung hundert Euro betragen. Eine gute Wahl ist ein Selbstbeteiligungstarif, der bei jeder Behandlung, ganz gleich, ob Arztkonsultation, Medikament oder Krankenhaus, einen kleinen Teil als Beteiligung vorsieht.