Private Krankenversicherung im Alter

Beiträge im Alter sparen

Viele Versicherte fürchten, dass ihre private Krankenversicherung im Alter teuer oder sogar unbezahlbar wird. Die privaten Krankenversicherer betonen zwar immer wieder, dass sie Altersrückstellungen bilden, die einen Anstieg der Beiträge im Alter dämpfen. Doch in welche Richtung sich die Beiträge für die private Krankenversicherung im Alter in den kommenden Jahren entwickelt werden, ist nicht eindeutig abzusehen. Fest steht dagegen, dass beim Eintritt in die Rente zwei Anteile des Krankenversicherungsbeitrags einfach entfallen. Denn nach dem 60.

Geburtstag des Versicherten fällt der vom Gesetz vorgesehene Zuschlag von 10 Prozent weg. Das ist der Zuschlag, aus dem bis zum vollendeten 60. Lebensjahr die Altersrückstellungen gebildet werden, die den Beitrag im Alter entlasten sollen. Außerdem entfällt mit Beginn der Rente für die meisten Versicherten das Krankentagegeld. Dafür muss dann also ebenfalls kein Beitrag mehr gezahlt werden. Dieser Anteil des Beitrags für Krankentagegeld macht in der Regel etwa 5 Prozent des Beitrags aus.

Allerdings fällt mit Beginn der Rente auch der Teil zum Krankenversicherungsbeitrag weg, den der Arbeitgeber während des Arbeitslebens für den Versicherten gezahlt hat. Der Arbeitgeberzuschuss zu PKV wird aber zum Teil durch eine andere Leistung ersetzt. Denn dafür erhält ein privat Krankenversicherer, wenn er bei der gesetzlichen Rentenkasse einen entsprechenden Antrag stellt, einen Zuschuss von seinem Rentenversicherungsträger. Aber nur, wenn er auch wirklich eine gesetzliche Rente erhält. Dieser Zuschuss entspricht in seiner Höhe dem halben Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung, ist aber nicht höher als der Beitrag der Krankenversicherung. Er wird auf die Höhe der Rente berechnet. Wer eine geringe Leistung aus der Rentenkasse erhält, der bekommt auch nur einen kleinen Zuschuss für seine private Krankenversicherung im Alter. Dieser wird mit der Rente an den Versicherten ausgezahlt. Er ist steuerfrei.

Sparen mit dem richtigen Tarif

Private Krankenversicherung

Wer hohen Beiträgen für eine private Krankenversicherung im Alter aus dem Weg gehen will, hat in einem gewissen Maße die Chance, seine Prämie an den eigenen finanziellen Spielraum anzupassen. So ist es beispielsweise möglich, sich innerhalb der eigenen Versicherungsgesellschaft nach einem günstigeren Tarif umzuschauen. Die meisten privaten Krankenversicherer legen regelmäßig neue Tarife auf. Diese sind fast immer billiger als die alten Tarife. Das liegt daran, dass die privaten Krankenversicherer neue und vor allem jüngere Kunden gewinnen wollen. Für diese müssen sie aber preiswerte und attraktive Tarife auflegen. Für Bestandskunden der Gesellschaft ist es ebenso erlaubt, in einen solchen Tarif zu wechseln und damit zu sparen. Allerdings kostet es persönlich viel Zeit oder die Hilfe einer unabhängigen Agentur mit einem passenden Beitragsrechner, wenn man einen solchen Tarif finden will. Besser ist außerdem, nur innerhalb der eigenen Versicherungsgesellschaft zu wechseln. Geht man zu einem anderen Anbieter, riskiert man damit Teile seiner Altersrückstellungen.

Bei Beitragssteigerungen im Alter ist für Versicherte außerdem der Wechsel in den Standardtarif seines Versicherers eine weitere gute Alternative. Diesen Standardtarif bieten alle Gesellschaften an. Leider ist diese Sparmöglichkeit den wenigsten Versicherten bekannt. Die Leistungen im Standardtarif entsprechen dem Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung. Es sind also bis auf ein paar Ausnahmen nur noch die Leistungen abgesichert, die gesetzliche Kassen ihren eigenen Versicherten bieten. Weil ältere Versicherte in der privaten Krankenversicherung, wenn sie älter als 55 Jahre sind, nicht in die gesetzliche Kasse zurück können, könnte in der Zukunft die Bedeutung des Standardtarifs in der privaten Krankenversicherung noch zunehmen, wenn privat Versicherte nach Möglichkeiten suchen, die Beiträge ihrer Krankenversicherung zu senken. In den Standardtarif können Kunden wechseln, die bereits vor dem Jahr 2009 in der privaten Krankenversicherung Kunden waren. Jeder Versicherer hat die Pflicht, bei der Erhöhung der Beiträge den Versicherten über diesen alternativen Tarife zu informieren. Das ist die große Mehrzahl der neun Millionen Versicherten. Für Versicherte, die nach diesem Zeitpunkt in die PKV gewechselt sind, bietet sich als Alternative auf dem Niveau der gesetzlichen Kasse der Basistarif an.

Den Vertrag anpassen

Weil die Beiträge am stärksten in den ambulanten Tarifen steigen, lohnt es sich, den Selbstbehalt zu erhöhen und damit die Beiträge für die private zur Krankenversicherung im Alter zu beeinflussen. Oft sinkt durch eine höhere Selbstbeteiligung die monatlich zu zahlende Prämie sehr stark. Privatpatienten fahren sogar dann viel günstiger, wenn sie die Kosten für die Behandlung oder die Medikamente in voller Höhe selbst zahlen müssen. Alternativ lohnt es sich, aus dem bestehenden Tarif bestimmte Leistungsteile zu streichen. Das könnte zum Beispiel die Umstellung von einem Einbett-Zimmer auf ein Zweibett-Zimmer sein oder der Verzicht auf die Behandlung durch den Chefarzt.