Zuschuss Private Krankenversicherung

Arbeitgeber zahlt die PKV

Wer sich als Arbeitnehmer privat krankenversichert, erhält von seinem Arbeitgeber einen Zuschuss für die private Krankenversicherung. Auch die private Pflegeversicherung wird bezuschusst. Ein Nachweis über die Beitragshöhe, den der private Versicherer unaufgefordert ausstellt, reicht als Beleg für die Lohnbuchhaltung, und der Zuschuss wird mit dem Gehalt überwiesen. Wie hoch der Zuschuss ist und wie Sie den höchsten möglichen Arbeitgeberanteil optimal nutzen, verrät Ihnen der folgende Ratgeber.

Arbeitgeberbeitrag orientiert sich an der gesetzlichen Krankenversicherung

Die deutsche Sozialgesetzgebung möchte gesetzlich und privat Versicherte gleich behandelt wissen, was den Arbeitgeberzuschuss angeht. Deshalb orientiert sich der Zuschuss für die private Krankenversicherung an dem, was auch ein gesetzlich Versicherter erhalten würde. Für die Sozialversicherung gilt grundsätzlich eine paritätische Finanzierung. Das bedeutet, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen den Beitrag je zur Hälfte. Bei der Krankenversicherung ist dieses Prinzip aber seit 2005 durchbrochen. Aktuell gilt, dass nur der gesetzlich eingefrorene Beitragssatz von 14,6 % geteilt wird. Der Arbeitgeberzuschuss für die soziale Krankenversicherung beträgt also 7,3 % des versicherungspflichtigen Einkommens. Zusatzbeiträge, wie sie von fast allen gesetzlichen Krankenkassen erhoben werden, gehen allein zu Lasten des Arbeitnehmers.

Private Krankenversicherung

Die beitragspflichtige Einkommenshöhe ist in der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Beitragsbemessungsgrenze nach oben gedeckelt. Diese dynamische Rechengröße der Sozialversicherung wird jährlich an die allgemeine Einkommensentwicklung angepasst. Weil nur gut verdienende Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen und zu einem privaten Versicherer zu wechseln, ist es sinnvoll, den Zuschuss für die private Krankenversicherung auf den höchstmöglichen Zuschuss zur gesetzlichen Versicherung zu begrenzen. Damit ergibt sich folgende Rechenregel für den Arbeitgeberbeitrag in der privaten Krankenversicherung: die Hälfte des tatsächlichen Beitrags, höchstens aber 7,3 % der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze. Das Limit beläuft sich derzeit auf etwas mehr als 300 EUR monatlich.

Beamte erhalten übrigens keinen Zuschuss ihres Dienstherrn. Da sie beihilfeberechtigt sind und der Beihilfe-Satz mindestens 50 % beträgt, kommt der Staat damit bereits seiner Fürsorgepflicht nach und muss eine ergänzende PKV nicht zusätzlich bezuschussen. Auch während des Bezugs von Krankengeld, Mutterschaftsgeld und Elterngeld ruht der Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss.

Vertragsgestaltung mit Blick auf den Zuschuss optimieren

Die privaten Krankenversicherer kalkulieren ihren Beitrag nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem tatsächlichen Risiko. Dieses wird insbesondere durch das Eintrittsalter, also das Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn, und seinen Gesundheitszustand bestimmt. Eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es nicht. Partner und Kinder ohne eigenes Einkommen müssen separat versichert werden und einen eigenen Beitrag zahlen.

Wer also jung, gesund und alleinstehend ist, kann sich sehr günstig versichern und schöpft den Höchstzuschuss des Arbeitgebers möglicherweise nicht aus. In diesem Fall lohnt es sich nicht, den Beitrag durch eine Selbstbeteiligung zu reduzieren, denn an den deswegen selbst zu tragenden Krankheitskosten beteiligt sich der Arbeitgeber normalerweise nicht. Selbst wenn er es ausnahmsweise doch tun sollte, ist es nicht vorteilhaft, denn als Arbeitnehmer müssen Sie diese Leistung als geldwerten Vorteil versteuern, während der Zuschuss für die private Krankenversicherung als solcher steuerfrei bleibt. Besser ist es, den Versicherungsschutz durch zusätzliche Leistungen aufzustocken.

Besonders interessant ist eine Komponente, die Ihnen eine Beitragsentlastung im Alter sichert. Zwar enthält der PKV-Beitrag bereits eine Alterungsrückstellung, die die Beiträge stabilisiert und dafür sorgt, dass der Beitrag nicht allein deswegen von Jahr zu Jahr steigt, weil Sie älter werden. Medizinischer Fortschritt und demografischer Wandel lassen aber dennoch beträchtliche Beitragserhöhungen in den kommenden Jahren erwarten. Hinzu kommt, dass der Beitrag für die private Krankenversicherung mit Eintritt in das Rentenalter nicht automatisch sinkt, wie es in der gesetzlichen Versicherung der Fall ist. Vielmehr steigt Ihre Belastung, weil der Arbeitgeberzuschuss mit Ausscheiden aus dem Erwerbsleben wegfällt und der Zuschuss des Rentenversicherers in aller Regel deutlich niedriger ist, nämlich nur 7,3 % der Rente. Mit Vereinbarung einer Tarifkomponente zur Beitragsentlastung spart man während seiner Berufstätigkeit Beiträge an, die später dem Vertrag gutgeschrieben werden und dafür sorgen, dass der Krankenversicherungsbeitrag im Alter nicht zum Problem wird. Ist der höchste Zuschuss für die private Krankenversicherung noch nicht ausgeschöpft, spart der Arbeitgeber hälftig mit Ihnen für das Rentenalter.

Keine Angst vor Beitragsrückgewähr

Bietet Ihr Krankenversicherer Beitragserstattungen bei Leistungsfreiheit? Das kann sich lohnen, denn oft gibt es hier einen, zwei oder bei mehrjährig schadenfreien Verträgen sogar drei Monatsbeiträge zurück. Sammeln Sie deshalb Rechnungen bis zum Jahresende und reichen Sie sie erst zur Erstattung ein, wenn Sie sicher sind, dass Sie die Beitragsrückgewähr nicht gefährden oder die Höhe der Rechnungen klar höher ist als die aktuelle und eventuell auch die zukünftige Beitragsrückgewähr.

Sie bekommen im Fall einer Beitragsrückgewähr den vollen Beitrag, also Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil, zurück. Den Zuschuss für die private Krankenversicherung, den Sie mit dem Lohn erhalten haben, müssen Sie nicht zurückzahlen. Ein auf den ersten Blick hoher Monatsbeitrag in Verbindung mit einer garantierten Erstattung bei Leistungsfreiheit kann unter diesem Gesichtspunkt sehr attraktiv sein.