Ab wann Lohnt sich Private Krankenversicherung

Ich bin Vanessa Bauer, Gründerin von kvzentrale.com. Ich helfe Menschen, die Fragen rund um GKV und PKV haben oder Ihre Kasse bzw. Versicherung wechseln wollen.

In Deutschland ist es abhängig von der Einkommensgrenze, ab wann eine private Krankenversicherung (PKV) möglich ist. Diese wird jedes Jahr neu angepasst, wobei sie in der Regel steigt. 2015 liegt die monatliche Arbeitsentgeltgrenze bei 4575 Euro brutto bzw. 54.900 Euro brutto jährlich. Dieser Betrag ist die sogenannte Versicherungspflichtgrenze. Ab dieser Einkommenshöhe ist der Wechsel in die PKV möglich, weil damit zum Ende des betreffenden Kalenderjahres die Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse endet.

Ein einmaliges Überschreiten diese Einkommensgrenze ist dafür ausreichend. Die Gesundheitsreform im Jahr 2010 hat somit den Wechsel in eine private Krankenversicherung wieder einfacher gestaltet.

  • Generell ist eine private Krankenversicherung nur für freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich.
  • Dies sind neben Arbeitnehmern und Angestellten mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze auch Selbständige, Beamte sowie Studierende.
  • Dabei ist zu beachten, dass sich Selbständige und Beamte unabhängig von der Einkommenshöhe jederzeit privat krankenversichern können, denn die Frage ab wann sie eine private Krankenversicherung erhalten, stellt sich hier nicht.
  • Sie sind bereits aufgrund ihres Status von der Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse befreit.
  • Die von der Versicherungspflicht befreiten Personen haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, in einer gesetzlichen Krankenkasse zu verbleiben oder einer solchen beizutreten.

Was passiert bei Überschreiten der Einkommensgrenze

Wenn die Arbeitsentgeltgrenze überschritten wird, ist die gesetzliche Krankenkasse verpflichtet, den Arbeitnehmer über seinen Statuswechsel zu informieren. Eine Kündigung ist von Seiten der Krankenkasse nicht nötig. Es hängt von dem Arbeitnehmer ab, ob die Mitgliedschaft tatsächlich beendet wird. Möchte die Person aus der gesetzlichen Krankenkasse in eine PKV wechseln, muss sie innerhalb von zwei Wochen nach der Benachrichtigung zum Statuswechsel eine Austrittserklärung abgeben. Wer nicht wechseln möchte, bleibt ohne diese Erklärung automatisch weiterhin als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Ein späterer Wechsel ist selbstverständlich weiterhin möglich, dann jedoch mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten.

Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Wer als Arbeitnehmer die Jahresarbeitsentgeltgrenze unterschreitet, wird wieder versicherungspflichtig bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Ab dem Alter von 55 Jahren ist aufgrund von Vorgaben des Gesetzgebers eine Rückkehr jedoch nicht mehr möglich, wenn in den vergangenen fünf Jahren keine Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Kasse vorgelegen hatte. Ein Schlupfloch ist lediglich die Familienversicherung, die es nur bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibt. Hierbei muss der Ehegatte bzw. eingetragene Lebenspartner der bislang privat versicherten Person bereits in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sein, und der Partner in der PKV darf nicht mehr mehr als 375 Euro Einkommen pro Monat, zum Beispiel durch eine geringfügige Beschäftigung, erzielen. Somit kann er in die Familienversicherung eintreten und ist damit sogar beitragsfrei krankenversichert.

Ab wann die private Krankenversicherung wieder beendet werden kann, ist interessant für alle Angestellten bzw. Arbeitnehmer, die vor dem 55. Lebensjahr zurückwechseln möchten. Hier kann bewusst das Jahresgehalt beispielsweise durch Teilzeitarbeit reduziert werden, um unter die Versicherungspflichtgrenze zu kommen. Wer nicht auf so viel Einkommen verzichten möchte, kann über eine Gehaltsumwandlung nachdenken und in eine betriebliche Altersvorsorge investieren. Eine andere Variante ist ein flexibles Arbeitszeitkonto, wobei nur ein Teil des Gehalts gutgeschrieben und der Rest später ausgezahlt wird, wenn der Arbeitnehmer einmal weniger arbeitet.

Lohnt eine PKV?

Ab wann lohnt sich Private Krankenversicherung (PKV), fragen sich viele, denen die Möglichkeit eines Wechsels aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) möglich ist. Denn nicht jeder, der die Bedingungen erfüllt, sich aus der GKV zu verabschieden und in die PKV zu gehen, sollte dies auch machen. Es gibt Personen, die wegen ihrer finanziellen und persönlichen Situation im gesetzlichen System besser aufgehoben sind. Junge Arbeitnehmer und Angestellte, die noch planen, eine Familie zu gründen, gehören dazu. Auch für Existenzgründer lohnt sich nach längerem Nachdenken ein Verbleib bei den Gesetzlichen.

Das gilt vor allem dann, wenn das Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit noch schwankt. Aber es gibt durchaus Versicherte, für die ein Übergang in die PKV sinnvoll ist.

  • Eines der wichtigsten Argumente die PKV sind bessere Leistungen in der medizinischen Versorgung.
  • Termine beim Arzt werden schneller vermittelt, bei den Medikamenten gibt es keine Beschränkung und das Krankenhaus, in dem man sich behandeln lässt, ist frei wählbar.
  • Besonders junge Menschen, die sich gute Angebote von Versicherern der PKV holen.
  • stellen fest, dass auch die Prämien niedriger sind.
  • Der Beitragssatz für den vom Mitglied zu zahlenden GKV Beitrag wird auf das aktuelle Einkommen berechnet.

Wer gut verdient, zahlt also auch mehr. Dagegen bezahlen junge und gesunde PKV Mitglieder im Monat viel weniger für ihren Schutz. Doch das ist bereits ein Trugschluss, wenn man fragt, Ab wann lohnt sich Private Krankenversicherung. Im Alter steigen die Beiträge nämlich an. Das sollte vor jeder Entscheidung für die PKV berücksichtigt werden.

Verlockend für die Jungen

Um zu hohe Beiträge im Alter zu vermeiden, werden in der PKV Altersrückstellungen gebildet. Um davon ausreichend zu profitieren, braucht es eine lange Phase des Ansparens. Ist jemand nur kurz in der PKVV versichert, kann er die notwendigen Rückstellungen für sein Alter nur nicht auseichend aufbauen. Für die Frage ab wann lohnt sich Private Krankenversicherung sollte deshalb als Eintrittsalter spätestens das 40. Lebensjahr gelten. Ist jemand älter, ist der Eintritt in die private Versicherung lediglich in Ausnahmefällen eine Möglichkeit, etwa wenn der Kunde finanziell sehr gut dasteht und es sich leisten kann, auch einen Prämienaufschlag zu akzeptieren.

Private Versicherer lassen sich von ihren potenziellen Kunden zunächst erst einmal umfangreiche Gesundheitsfragen beantworten, bevor sie diesen eine Police geben. Die Fragen aus dem Katalog sollte jeder Bewerber aufrichtig und lückenlos beantworten, wenn er im Falle einer Krankheit Leistungen bekommen möchte. Für bereits bestehende Vorerkrankungen darf der Anbieter vom Kunden nämlich Risikozuschläge verlangen. Er darf auch bestimmte Krankheiten und sogar Körperteile vom Schutz durch die Police ausschließen. Außerdem darf er Kunden vollständig ablehnen. Ein umfassend guter Gesundheitszustand ist also eine weitere Voraussetzung, Mitglied der PKV zu werden.

Kriterien für den Ausschluss

Versicherungsgesellschaften lehnen Kunden ab, die in psychischer Behandlung sind oder eine solche in den vergangenen drei Jahren abgeschlossen haben. Wer akut an Krebs erkrankt ist oder noch mit den Folgen einer solchen Krankheit zu kämpfen hat, bleibt ebenfalls ohne Vertrag. Schwierig aber durchaus möglich ist eine Versicherung für Menschen, die unter chronischen Krankheiten leiden. Das sind zum Beispiel Asthma, Allergien, Diabetes oder Rückenleiden. Für solche Krankheiten verlangt der private Versicherer mindestens Risikozuschläge von bis zu 30 Prozent. Erhoben werden solche Zuschläge auf Teile der Prämie, die von den Krankheiten unmittelbar berührt werden. Diabetes etwa berührt sowohl ambulante als auch stationäre Leistungen aber keine Leistungen zum Zahnersatz, um das einmal vereinfacht darzustellen.

Für die Familie planen

Die Entscheidung für die PKV fällt für alle leicht, die keinen Ehepartner haben und für die Zukunft auch weder einer Familie noch Kinder planen. Sie müssen sich dann nur um ihre eigene Absicherung für den Krankheitsfall kümmern. Ist Familie jedoch geplant, müssen die Prämien dafür mit in die Antwort auf die Frage einbezogen werden, ab wann lohnt sich Private Krankenversicherung. Eine beitragsfreie Familienversicherung gibt es in der PKV nicht. Sie ist ein Privileg der GKV. Eltern, die bei privaten Kassen versichert sind, müssen auf für ihren Nachwuchs private Policen abschließen. Geht ein privat Versicherter in die Elternzeit, laufen die eigenen Prämien weiter, der Zuschuss durch den Arbeitgeber fällt bei Arbeitnehmern dann aber weg. Dagegen kann man sich schützen, indem man bei seinem Versicherer einen besonderen Tarif wählt. Er bietet für die ersten sechs Monate der Elternzeit die Befreiung vom Beitrag an.

Gutverdiener im Vorteil

Wer sich privat versichert, trifft eine Entscheidung für sein Leben. Ein Weg zurück in die GKV gibt es zwar unter bestimmten Umständen. Ab dem 55. Lebensjahr eines Versicherten aber ist jede Rückkehrmöglichkeit versperrt. Deshalb sollten jeder, der sich für die PKV entscheiden, auf eine ordentliche finanzielle Absicherung zurückgreifen können. Dann ist es möglich, auch höhere Prämien zu zahlen und mit den Beiträgen nicht in Verzug zu geraten. Es ist natürlich möglich, auch die Prämienhöhe für einen Vertrag in der PKV zu senken. Bestimmte Ausschlüsse bei den Leistungen ist eine solche Möglichkeit. Auch Selbstbeteiligungen in unterschiedlicher Höhe machen Beiträge erträglicher. PKV Versicherte sollten aber nicht unter finanziellen Druck geraten, wenn sie ihre Beiträge zahlen müssen. Deshalb ist die Einschätzung der eigenen finanziellen Ausstattung auch für die Zukunft eins der wichtigsten Kriterien bei der Frage ab wann lohnt sich eine Private Krankenversicherung.


Vanessa Bauer

Im Laufe meiner beruflichen Karriere habe ich gelernt, wie gesetzliche Krankenkassen arbeiten und wie private Versicherer ihre Tarife kalkulieren. Dadurch kann ich einschätzen, wovon in erster Linie die Versicherer profitieren, und wovon die Versicherten selbst.


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